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26 Februar 2021

Videospiele während Corona: zwischen Entspannung und Flucht.

Die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gerät wegen der Coronamassnahmen unter Druck. Die Umfrage #jongerenovercorona des flämischen Kinderrechtskommissariat zeigt, dass durchaus Sorgen, Ängste und Einsamkeit vorliegen. Ein erholsamer Zeitvertrieb wie Videospiele kann Abhilfe leisten. Doch wie findet man ein gesundes Gleichgewicht?

Unser Bewegungsfreiraum wird derzeit durch unsere Regierung bestimmt. Deshalb suchen Jugendliche eine andere Art der Freiheit. Für viele sind verschiedene Formen von Bildschirmmedien, digitaler Unterhaltung und sicherlich auch Videospiele eine wichtige Alternative geworden. Eine Welt, in der sie sich frei und entspannt bewegen können und Kontakt mit Freunden sichergestellt bleibt. Aber wie schädlich sind die oft stundenlangen Gamesessions?

Die vielen Forschungsprojekte bleiben uns die Antwort schuldig. Die Untersuchungen stecken noch zu sehr in den Anfängen, als dass die Resultate eine konkrete Aussage zulassen würden. Laut der Suchtprävention Zürich zeigen 8,5 Prozent der 12- bis 19-jährigen einen problematischen Online-Konsum, was auch Videospiele beinhaltet. Verglichen mit der Gesamtbevölkerung ab 15 Jahren, in der 1 bis 4 Prozent problematisches Verhalten zeigen, scheinen Jugendliche häufiger betroffen. Welche Bedeutung muss man also der Gefahr von Videospielen beimessen?

Die Bedürfnisse, die Videospiele erfüllen

Gaming erfüllt vor allem drei Grundbedürfnisse: Autonomie, Verbundenheit und Kompetenz. Menschen schöpfen Energie aus Aktivitäten, die sie gerne unternehmen (Autonomie) und für viele entfalten Videospiele diese Wirkung. Darüber hinaus bieten digitale Spiele Wahlfreiheit: Man kann einen selbstgestalteten Charakter in einer coronafreien Welt bewegen.

Daneben werden in einer Zwei-Meter-Abstand-Welt alternative Formen des sozialen Kontakts immer wichtiger (Verbundenheit). Die sozialen Interaktionen innerhalb von Videospielen machen sie zur sichersten Gruppenaktivität in der Coronazeit. In Games geht man auch aktiv und bewusst auf die Suche nach Aktivitäten, in denen man geschickt ist oder etwas dazulernen kann. Aus dieser Kompetenz kann ebenfalls eine entspannende Wirkung entstehen. Darauf zielen Spiele mit unterschiedlichen Levels, Feedbacksystemen und Belohnungen natürlich unter anderem auch ab.

Wichtig ist, warum jemand spielt, nicht wie viele Stunden man damit verbringt.

Beweggründe, um zu gamen

Aber auf der anderen Seite der virtuell gewonnenen Medaille kreiert diese Krise möglicherweise auch neue ungesunde Muster. Games werden häufig mit einem sedentären Lebensstil, einem gestörten Tag-Nacht-Rhythmus und intrinsischen Glücksspielelementen assoziiert. Bei einer kleinen Gruppe Gamer stört dieser Zeitvertreib die Balance zwischen Videospielen und anderen Aspekten ihres Lebens. Dies geschieht vor allem durch negative Gaming-Motivationen. Beispiele sind, das Spielen, weil es Zuhause Spannungen gibt oder man Probleme in der Schule hat. Unangenehme Situationen als Gründe für Videospiele stellen eine Flucht vor negativen Gefühlen dar.

Deshalb ist wichtig, warum jemand Videospiele spielt, nicht wie viele Stunden man damit verbringt. Wenn die soziale Isolierung und Gaming als Bewältigungsstrategie von Stress und negativen Emotionen anhält, können sie zu einer Störung auswachsen. Es folgen Abgeschiedenheit, Vernachlässigung von Hobbys und der Schule und Entzugserscheinungen. Die Unmöglichkeit zu spielen erzeugt dann Angst und Reizbarkeit. Deshalb ist die Phase, in der die Gesellschaft mehr Freiheiten zurückgewinnt und das «normale» Leben wieder Einzug hält, ein entscheidender Moment, um den Finger am Puls zu haben. Aber darauf muss man nicht passiv warten.

Text fokus-online.be
Übersetzung aus dem Niederländischen und Bearbeitung Kevin Meier

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