Wer erinnert sich an den Leitsatz «Ein Glas Rotwein pro Tag ist gut für die Gefässe»?
Während einige frühere Studien auf mögliche gesundheitliche Vorteile eines moderaten Rotweinkonsums hinwiesen, hat die neuere Forschung diese Sichtweise relativiert und betont die gesundheitlichen Risiken, die bereits mit geringen Mengen von Alkohol verbunden sind.
Der Konsum von Alkohol ist in der Schweiz weit verbreitet und gesellschaftlich akzeptiert. Den meisten Menschen ist bekannt, dass Alkohol der Gesundheit schaden kann. Den wenigsten ist jedoch bekannt, dass Alkohol zu den drei bedeutendsten Risikofaktoren für die Entstehung von Krebs zählt. Der Konsum von Alkohol erhöht das Risiko für Mund- und Rachenkrebs, Kehlkopfkrebs, Speiseröhrenkrebs, Leberkrebs, Dick- und Enddarmkrebs sowie Brustkrebs bei Frauen.
Warum Alkohol Krebs verursacht
Ob täglicher oder episodisch risikoreicher Konsum: Bereits geringe Mengen Alkohol begünstigen Krebs. Dabei spielt die Art des alkoholischen Getränks – also ob Bier, Wein oder Schnaps – keine Rolle. Entscheidend ist die Menge reinen Alkohols (Ethanol), die im Getränk enthalten ist.
Es gibt mehrere Mechanismen, über die der Konsum von Alkohol Krebs verursachen kann, wobei noch nicht alle vollständig erklärt werden können. Weitere Erkenntnisse über die karzinogenen Eigenschaften von Alkohol und seiner Metaboliten werden die künftige Forschung beeinflussen. Bereits heute besteht jedoch Bedarf an umfassenden Strategien zur Kontrolle des Alkoholkonsums und zur Krebsprävention, um die durch Alkohol verursachte Krebsbelastung zu verringern.
Der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und der Entstehung von Krebs ist gut dokumentiert und lässt sich so erklären:
- Chemische Veränderungen im Körper: Wenn Alkohol (Ethanol) im Körper abgebaut wird, entsteht Acetaldehyd, eine chemische Verbindung, die als krebserregend gilt. Acetaldehyd kann DNA-Schäden verursachen und verhindern, dass Zellen diese Schäden reparieren.
- Beeinträchtigung des Immunsystems: Alkohol kann das Immunsystem schwächen, was es dem Körper erschwert, Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen.
- Erhöhung der Hormonspiegel: Bei Frauen kann Alkoholkonsum die Spiegel bestimmter Hormone wie Östrogen erhöhen, was mit einem grösseren Risiko für hormonabhängige Krebsarten wie Brustkrebs einhergeht.
- Förderung von Entzündungen: Chronischer Alkoholkonsum kann zu lang anhaltenden Entzündungen führen, die im Lauf der Zeit die Entstehung von Krebs begünstigen können.
- Schädigung von Geweben: Alkohol kann die Schleimhäute in Mund, Rachen, Speiseröhre und Magen reizen und schädigen, was das Risiko für Krebs in diesen Bereichen erhöht. Durch diese Mechanismen kann der Konsum von Alkohol das Risiko für verschiedene Krebsarten erhöhen. Gemäss der WHO gibt es keine «sichere» Konsummenge für Alkohol, die frei von Krebsrisiken wäre, und das Risiko steigt mit der Menge des konsumierten Alkohols. Es ist deshalb wichtig, sich dieser Gesundheitsgefahren bewusst zu sein und sich beim eigenen Alkoholkonsum zu mässigen.
Je weniger Alkohol, desto geringer das Krebsrisiko
Es liegt in der Eigenverantwortung jeder Person, fundierte Entscheidungen zum Alkoholkonsum zu treffen. Immer mehr Menschen in der Schweiz gehen bewusster mit Alkohol um und entscheiden sich häufiger für weniger Konsum. Im Zeitraum von 2001 bis 2024 reduzierte sich der durchschnittliche jährliche Verkauf von reinem Alkohol pro Kopf von 10,6 auf 7,6 Liter.
Idealerweise senkt man den Konsum auf ein möglichst tiefes Niveau. Weniger ist immer besser.
Die dargestellten Risikostufen gelten für Frauen und Männer gleich. In vielen Richtlinien haben Männer zwar höhere Grenzwerte als Frauen, das liegt aber vor allem an Unterschieden im Körperbau, beim Alkoholabbau und beim allgemeinen Gesundheitsrisiko – nicht am Krebsrisiko.
Positive Auswirkungen einer Reduktion des Alkoholkonsums
Eine Reduktion des Alkoholkonsums wirkt sich rasch und umfassend positiv auf die Gesundheit aus. Bereits kleine Veränderungen können die Schlafqualität verbessern, das Risiko für Erkrankungen senken und das allgemeine Wohlbefinden steigern. Gleichzeitig profitieren zentrale körperliche Funktionen wie Herz-Kreislauf-System, Immunsystem und Verdauung. Wer seinen Konsum bewusst reduziert, stärkt somit nachhaltig die eigene Gesundheit – körperlich wie mental.
Jede Person soll selbst entscheiden können, ob sie Alkohol oder andere psychoaktive Substanzen konsumieren möchte oder nicht. Die vorliegenden Informationen sollen helfen, Entscheidungen bezüglich Alkoholkonsum und deren Risiken besser abwägen zu können.
Mehr Infos unter alkoholundkrebs.ch



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