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18 Mai 2021

Content Marketing als selbstständige Journalistin.

Während andere sich über die Schwierigkeiten des Homeoffices beschweren, baut sich die Zürcher Journalistin Leila Alder ihr eigenes Onlinemagazin auf. Sie gibt Auskunft, wie man in Zeiten von Corona als selbstständige Journalistin guten Content schafft.

Idee mit Intuition
Leila Alder, Gründerin und Cherfredakteurin von akut

Ausgerechnet während der Coronapandemie ein eigenes Onlinemagazin gründen. So hat die 25-jährige Zürcherin Leila Alder während des Lockdowns «akut» auf die Beine gestellt. «Für mich war es definitiv der richtige Zeitpunkt. Ich höre meist auf mein Bauchgefühl, wenn es um grosse Entscheidungen geht. So auch bei ‹akut›. Dies mag naiv klingen, aber bisher hat mich meine Intuition noch nie im Stich gelassen», erklärt sie. Die Gründerin und Chefredakteurin fügt hinzu, dass Krisen auch immer Chancen für etwas Neues sind – und gerade das hat die Schweizer Medienbranche ihrer Meinung nach definitiv nötig.  

Virales Marketing 

Die Markenbekanntheit und Reichweite ihres Onlinemagazins steigerte Leila Alder durch virales Marketing. «Wir investierten eigentlich wenig bis gar nichts in Marketing. Es war von Anfang an unsere Absicht, organisch zu wachsen. Ich setzte also auf meine Kontakte und hatte eine grosse Portion Vertrauen in unser Produkt. Für den Launch drehten wir ein Imagevideo, welches wie erwartet auf den sozialen Medien ziemlich viral ging. Dieses hat uns schlussendlich einen steilen Start ermöglicht», führt Alder aus. Bis heute folgt sie der gleichen Content-Marketing-Strategie und festigt somit das Image ihres Unternehmens. «Durch unsere Unabhängigkeit können wir die Content-Marketing-Strategie so durchziehen, wie sie in meinem Kopf entstanden ist. Unser Content ist sehr persönlich und transparent – das macht uns einzigartig und greifbar. Auf diese Weise wird mit jedem Artikel unsere DNA noch etwas mehr gestärkt, wobei sich die Menschen dadurch mit uns identifizieren können. Das spüren wir auch. Die Reaktionen auf einzelne Artikel sind riesig. So etwas habe ich an keinem meiner vorherigen Arbeitsplätze erlebt.»

Homeoffice – keine Hexerei

«Was bei Teamarbeit schon immer schwierig war, wird im virtuellen Raum doppelt so schwierig.» Das ist eine Aussage, die viele schon zu Ohren bekommen haben. Auch Leila Alder empfand die Homeoffice-Pflicht anfangs als komplexes Problem. «Da wir während Corona starteten, hatten wir leider nie das Vergnügen, alle gemeinsam im Büro sitzen zu dürfen. Wir mussten uns von Anfang an mit den momentanen Umständen arrangieren. Zu Beginn war es genau das, was mir am meisten Sorgen bereitete: ‹Wie soll ich gutes Teamwork zustande bringen mit einem Team, dass sich noch nicht wirklich gut kennt und noch nie zuvor zusammengearbeitet hat?› Doch das ist uns überraschend gut gelungen. Womöglich weil ich einfach verdammt coole, talentierte und unkomplizierte Leute für ‹akut› gewinnen konnte.» Dies mag aber nicht der einzige Grund sein. Mehrere Studien haben gezeigt, dass die Produktivität bei der Arbeit von zu Hause aus besser ist, als in der Büroumgebung. Eine Studie der University of Stanford bestätigte, dass diese Leistungssteigerung auf die ruhige und angenehmere Arbeitsumgebung zu Hause zurückzuführen war, welche weniger Pausen und weniger Krankheitstage zur Folge hatte.

Lieber weniger, dafür wertvolle Clicks  

Bei der Contenterstellung ist der Gründerin sehr klar, auf was besonders geachtet werden muss: «Wir setzen bei ‹akut › auf Slow-Journalism – Qualität statt Quantität. Mir ist es wichtig, dass wir nicht einfach machen, um gemacht zu haben, sondern dass all unsere Inhalte Hand und Fuss haben, eine Message hinter ihnen steckt und zu unserer DNA passen. Wir wollen nicht massenhaft Clicks generieren mit SEO-optimierten Artikeln. Wir pflegen eine eigene Sprache bei ‹akut› – da hat SEO nicht so viel Platz. Schlussendlich habe ich lieber weniger, dafür wertvolle Clicks», betont Alder. Sie hebt auch die Wichtigkeit der Artikelgestaltung hervor. Denn bei ‹akut› sollen Inhalt und Ästhetik Hand in Hand gehen. «Viel zu oft muss man sich als Leser*in zwischen hübsch aufbereitetem Content und tiefgründigen Artikeln entscheiden – besonders im digitalen Raum. Das versuchen wir bei ‹akut› zu verbinden.» Ihre Eigenmarke stellt Alder dabei vor allem auf Instagram vor. «Unsere Zielgruppe ist da am stärksten vertreten und sie bietet Platz für schriftlichen Inhalt, der bei uns äusserst wichtig ist. TikTok finde ich ebenfalls eine spannende Plattform. Da arbeiten wir aber noch an einem passenden Konzept. Facebook ist meiner Meinung nach tot und Snapchat ist mir zu cheap.»   

Bauchgefühl voraus!

Die Zielgruppe von ‹akut›– Frauen und Männer zwischen 20 und 40, mit grossem Interesse an Themen aus den Bereichen Kultur, Gesellschaft und Lifestyle – visiert Alder durch das Erstellen von generationsübergreifenden Themen an. «Das ist natürlich immer auch ein bisschen ein Ausprobieren. Im Vorhinein weiss man nicht zu 100 Prozent, wie etwas ankommt. Und wir sind ja noch so jung, dass wir in der Kennenlernphase mit unserer Community sind. Ich verlasse mich aber auch hier oftmals auf mein Bauchgefühl. Ich beobachte unsere Leserschaft mithilfe von Statistiken, Feedbacks und Social Media intensiv. Denn wenn man seine Zielgruppe kennt, dann kann man auch ziemlich genau den Inhalt erstellen, der sie anspricht.» Wichtiger als die Statistik ist der Gründerin jedoch das direkte Feedback. «Wir haben eine sehr interaktive Leserschaft, was unheimlich toll ist! Das Feedback, das wir auf Social Media bekommen, hilft uns deshalb enorm bei der Content Production. So wissen wir, was wirklich gut ankommt und in welche Richtung wir zukünftig steuern sollten.

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Text Evgenia Kostoglacis

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