Content Marketing

Als Influencer-Management Content Marketing kreieren

27.04.2021
von Jenny Kostoglacis

Wie findet eigentlich Content Marketing auf Instagram statt? Wer steht hinter den Kulissen? Und was macht gutes Content Marketing aus? Lisa Pardey, Gründerin von Mañana Management klärt im Interview mit «Fokus» auf.

Lisa Pardey, Gründerin von Mañana Management

Frau Lisa Pardey, was sind die Aufgaben einer Influencer-Management-Agentur?

Als Influencer-Management-Agentur haben wir unendlich viele Aufgaben. Eine der täglichen Hauptaufgaben ist es beispielsweise Anfragen, die von Auftraggeber*innen gestellt werden, auf ihre Seriosität zu prüfen. Danach fokussieren wir uns auf das Thema Nachhaltigkeit. Sprich, wir kontrollieren, ob die Kundschaft ihre Produkte auch wirklich nachhaltig produziert. Im nächsten Schritt fragen wir uns, welche Influencer*innen am besten zu den Auftraggebern passen würden. Auf diese Weise kann Authentizität zwischen Auftraggebern, Influencer*innen und den Produkten stattfinden. Das ist aber längst noch nicht alles. Als Influencer-Management-Agentur liegt der Fokus natürlich auch auf unseren Influencer*innen. Wir begleiten sie Schritt für Schritt auf dem Weg des Content Marketings, geben ihnen Ratschläge und pflegen generell einen sehr engen Kontakt zu ihnen. In erster Linie sind Influencer*innen ja Menschen, die Werbung machen. Da färbt sich das persönliche Befinden schnell auf die Arbeit ab. Deswegen scheuen wir uns auch nicht, Termine zu verschieben oder sogar abzusagen, wenn es unseren Influencer*innen nicht gut geht. Es geht ja schlussendlich um echtes Empfehlungsmarketing.

Welche Vorteile bietet eine Influencer-Management-Agentur, wenn es um Content Marketing geht? 

Wir sorgen dafür, dass absolut klare Verhältnisse herrschen. Es gibt nämlich oft Situationen, in denen Auftraggeber*innen nicht deutlich machen, wie ihr Produkt genau vermarktet werden sollte. Oder Fälle, in denen Auftraggeber*innen die Influencer*innen bedrängen, mehr zu posten als vereinbart oder denken, dass sie die Rechte dazu besitzen, ein gepostetes Foto für eigene Flyer zu benutzen. Durch uns wird für komplette Transparenz gesorgt. Am Ende weiss die Kundschaft genau, was sie bekommt und die Influencer*innen genau, was sie zu tun haben. Somit verhindert man Enttäuschung ­­– und zwar auf beiden Seiten. Ein anderer Vorteil ist auch, dass wir Empfehlungen aussprechen können. Bei Ideen von Auftraggebern, aber auch von Influencer*innen, können wir dank unserem Know-how und unseren Erfahrungen immer angeben, was wahrscheinlich gut ankommt und was nicht.

Was bedeutet authentische Werbung für euch?

Für uns bedeutet authentische Werbung, dass die Influencer*innen sich vor der Kooperation mit Arbeitgeber*innen die Frage stellen, ob sie auch wirklich hinter dem Produkt stehen. Sie müssen sich fragen, ob sie dieses auch selbst kaufen würden, ob es in ihr Leben passt oder ob sie es mit gutem Gewissen beispielsweise der besten Freundin weiterempfehlen würden.

Welchen Input gibt man seiner Kundschaft, wenn es um Content Marketing geht? 

Wir greifen in dem Sinne direkt in die Produktion von Content ein, indem wir von vornherein prüfen, ob die Anfragen der Kundschaft realistisch umsetzbar sind. Zudem diskutieren wir in wöchentlichen Gesprächen mit den Influencer*innen immer, wie die Umsetzung stattfinden soll. In diesem Prozess besprechen wir dann Herausforderungen und Probleme. Zum Beispiel intervenieren wir, wenn wir finden, dass ein Produkt zu plakativ präsentiert werden soll. Oder wenn ein*e Kund*in beispielsweise möchte, dass die Influencer*innen innerhalb von zwei Tagen ein Live-Video starten, in denen sie über ein Produkt reden, das aber erst einen Tag vorher bei den Influencer*innen ankommt. Da greifen wir ein und kommunizieren klar und deutlich, dass das Content Marketing an der Stelle keinen Sinn ergibt, weil es nicht authentisch wirken würde.

Wie messt ihr, wie erfolgreich euer Content Marketing verlaufen ist? 

Das Feedback der Community ist ein aussagekräftiger Indikator. Wir sehen zum Beispiel genau, wie oft ein Swipe-Up benutzt worden ist. Gleichzeitig können wir überprüfen, wie viele Interaktionen Stories oder bestimmte Posts ausgelöst haben. Aus unserer Erfahrung ist das authentischste Content Marketing auch das, was am besten bei der Community rüberkommt. Kommentare, die zu mehr Informationen aufrufen oder Neugier erwecken, sind da immer wieder eine gute Bestätigung.

Wie macht man als Influencer-Marketing-Agentur selber Content Marketing für die eigene Agentur?

Es ist gar nicht so leicht, als Agentur bei Instagram erfolgreich aufzutreten. Denn einfach nur die tägliche Arbeit zu veröffentlichen, ist kein gutes Content Marketing. Es ist schlicht und einfach langweilig für die Zuschauer*innen. Bei gutem Content Marketing geht es um Echtheit und Sympathie – gleichzeitig aber auch um Professionalität und Expertenstatus. Wir arbeiten jetzt deshalb stark daran, unser Team und meinen Hund mehr in den Vordergrund zu bringen (lacht). Durch die Coronapandemie ist das aber alles nicht so leicht. Wenn man zusammen ist, kann man täglich im Büro gemeinsam ein paar lustige Instagram-Stories hochladen, um so den Zuschauer*innen einen Einblick in den spannenden Berufsalltag zu gewähren. Beispielsweise hätten wir auch unsere Influencer*innen bei Content Shootings begleitet und dies auf Instagram festgehalten. Corona macht da aber durchaus einen gravierenden Strich durch die Rechnung. Ich persönlich freue mich deshalb umso mehr, wenn bald wieder Events stattfinden können. Oft werden Management-Agenturen eingeladen, die Produkte auszuprobieren oder auch einfach mit Influencer*innen in Kontakt zu treten. Zu zeigen, was hinter den Kulissen abläuft, ist meistens auch spannendes Content Marketing für eine Influencer-Marketing-Agentur.

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Text Evgenia Kostoglacis

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