Digitalisierung, Datenlabelling
Innovation

Gelabelte Daten als Mehrwert

29.10.2021
von SMA

Immer mehr Firmen entwickeln Künstliche Intelligenz für die produzierende Industrie.

Digitale Technologien entwickeln sich in einem noch nie dagewesenen Tempo, wobei die Entwicklung von einem Netz miteinander verbundener Geräte (Internet der Dinge) und intelligenter Maschinen (Industrie 4.0) zusätzlich beschleunigt wird. Hier spielen die Qualitätskontrolle, Predictive Maintenance und Prozessoptimierung eine zentrale Rolle. Ganz wichtig bei der Umsetzung digitaler Lösungen ist jedoch ein interdisziplinärer Ansatz. Es müssen Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen eng zusammenarbeiten: Data Science, Sensorik, Robotik, Optik, Elektronik bis hin zur Oberflächentechnologie und Mechanik.

Durch die Vernetzung etwa via Internet of Things entstehen riesige Datenmengen, welche die Geschäftsdynamik stark beeinflussen. Dennoch sind sich Fachleute bewusst, dass Daten alleine noch nicht das «neue Öl» sind: Daten fallen zwar in immer grösserem Umfang an, und es war noch nie so einfach, Daten zu sammeln. Auch die Speicherkapazität ist kein nennenswerter Kostenpunkt mehr. Das «neue Öl» sind aber erst die gelabelten (oder annotierten) Daten. Denn diese Daten enthalten das Expertenwissen. Ein Bild von einem zu prüfenden Teil ist ohne die Beurteilung durch den Fachmann nicht für die Künstliche Intelligenz verwendbar. Die Annotierung der Bilder und Daten durch menschliche Sachverständige ist entscheidend – erst dadurch entsteht für die Firmen ein Mehrwert. Ebenso wichtig ist eine konsistente Datenablage. «Unternehmen, welche diese Mechanismen verstanden haben, werden in Zukunft zu den Gewinnern der Digitalisierung gehören», sagt etwa Philipp Schmid, Head Research and Business Development Industry 4.0 & Machine Learning vom Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique (CSEM).

Heutzutage fehlt bei vielen Firmen das fachliche Wissen, um eine geeignete Langzeitvision und eine Digitalstrategie zu formulieren. Alle spüren, dass sich etwas bewegt, und niemand will den Anschluss verpassen. Daraus entstehen dann zu oft unkoordinierte Blitzaktionen, welche im Nachgang nicht den erwünschten Effekt erzielen. Solche Projekte frustrieren und verschwenden viel Geld. Wichtig ist eine gesamthafte Betrachtung von Wünschbarkeit, Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Nachhaltige Innovationen und Marktopportunitäten für Unternehmen entstehen immer aus der Schnittmenge dieser drei Felder. Firmen sollten den initialen Aufwand nicht scheuen, auch mit externer Expertise, eine massgeschneiderte Digitalstrategie zu entwickeln.

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