Eine Firma lässt sich an einem festgelegten Datum übertragen. Vertrauen nicht. Andreas und Marco Kratzer erleben den Generationenwechsel im eigenen Unternehmen – und begleiten KMU bei einer Frage, die viele zu lange vertagen: Wer führt weiter, wenn ich loslasse?
Zwischen Erfahrung und Erneuerung: Andreas Kratzer, Verwaltungsratspräsident, und sein Sohn Marco Kratzer, Group CEO der Across Group. Die schrittweise Übergabe von Verantwortung prägt ihre Zusammenarbeit ebenso wie die Beratung von Unternehmerinnen und Unternehmern.
Across Advisory AG hat per 1. Januar 2025 die Rinaldo Treuhand AG erworben. Als Franco Rinaldo die Zukunft seiner Treuhandgesellschaft regelte, ging es um mehr als die künftige Eigentümerschaft. Gewachsene Kundenbeziehungen mussten weitergeführt, Wissen musste übertragen und langjährigen Mitarbeitenden eine verlässliche Perspektive gegeben werden.
Die einfache Lösung wäre ein klarer Stichtag gewesen. Doch Aktien lassen sich mit einer Unterschrift übertragen. Das Vertrauen von Kunden und Mitarbeitenden folgt keinem Vertragsdatum.
Deshalb wurde für die Rinaldo Treuhand AG nach Angaben der Beteiligten eine schrittweise Lösung entwickelt. Bisherige Ansprechpartner begleiteten die Übergabe, Mitarbeitende gaben ihr Wissen an das neue Team weiter und die Verantwortung wechselte Stück für Stück. Für die Kundschaft blieb Vertrautes erhalten; zugleich erhielt sie Zugang zu zusätzlichen Kompetenzen der Across Group.
Eigentum hat einen Stichtag. Vertrauen braucht eine Übergabe.
Die gefährlichste Illusion: Es bleibt noch genügend Zeit
Die schwierigste Frage eines Unternehmerlebens passt in einen Satz: Was geschieht mit meiner Firma, wenn ich nicht mehr an ihrer Spitze stehe?
Viele kennen die Frage. Trotzdem wird sie vertagt. Das Tagesgeschäft drängt, Kunden rufen an, Mitarbeitende brauchen Entscheidungen. Die Nachfolge erscheint wichtig, aber selten dringend – bis ein gesundheitliches Ereignis, ein familiärer Entscheid oder ein unerwartetes Angebot den Zeitplan bestimmt.
«Eine Nachfolge ist kein einzelnes Geschäft, sondern eine Folge von Entscheidungen.» – Andreas Kratzer
Dann zeigt sich, ob das Unternehmen übertragbar ist. Kann es mehrere Wochen ohne die Inhaberin oder den Inhaber funktionieren? Liegt entscheidendes Wissen nur in einem Kopf? Verlangen wichtige Kunden immer nach derselben Person? Gibt es eine zweite Führungsebene? Sind private und geschäftliche Vermögenswerte getrennt? Und kennt die Familie die Pläne?
Eine Nachfolgeregelung ist deshalb kein einzelnes Geschäft, sondern ein strategischer Umbau. Das Unternehmen muss weniger abhängig von einer Person, seine Ertragskraft nachvollziehbar und seine Organisation für eine neue Führung verständlich werden. Wer früh beginnt, schafft Wahlmöglichkeiten. Wer unter Zeitdruck handelt, akzeptiert häufig jene Lösung, die gerade verfügbar ist.
Wert ist nicht dasselbe wie Preis
Kaum ein Thema ist emotionaler als die Bewertung des eigenen Unternehmens. Für die Eigentümerschaft trägt die Firma die Erinnerung an lange Arbeitstage, persönliche Risiken und Jahre, in denen der Betrieb Vorrang hatte. Eine Käuferin oder ein Käufer betrachtet dagegen Erträge, Abhängigkeiten, Investitionsbedarf und Zukunftspotenzial.
Beide Perspektiven sind nachvollziehbar. Identisch sind sie nicht.
Eine fundierte Bewertung schafft eine gemeinsame Ausgangslage. Sie zeigt, welche Erträge nachhaltig sind und welche Faktoren den Wert erhöhen oder vermindern. Sie garantiert aber keinen Verkaufspreis. Dieser entsteht in der Verhandlung – und muss finanzierbar bleiben.
Gerade bei KMU kann eine sinnvolle Nachfolge scheitern, wenn Wunschpreis, Eigenmittel und tragbare Finanzierung nicht zusammenpassen. Dann braucht es Lösungen wie gestaffelte Zahlungen, ein Verkäuferdarlehen oder erfolgsabhängige Kaufpreisbestandteile. Gute Beratung sucht nicht bloss die höchste Zahl. Sie entwickelt eine Struktur, die für beide Seiten wirtschaftlich funktioniert und genügend Sicherheit bietet.
Drei Perspektiven auf dieselbe Nachfolge
Die Across Advisory AG verbindet Unternehmensberatung, Treuhand, Steuern, Wirtschaftsprüfung und Corporate Finance. Unter dem Dach der Across Group werden die Kompetenzen der Across Advisory AG und der Rinaldo Treuhand AG gebündelt. Die Gruppe beschäftigt rund 30 Fachpersonen und ist in Baar, Oberrieden und Zürich präsent. Marco Kratzer wird als Group CEO, Andreas Kratzer als Verwaltungsratspräsident ausgewiesen.
Across kennt Nachfolgen aus drei Perspektiven. Als Berater beurteilt das Unternehmen Bewertung, Steuern, Finanzierung und Transaktionsstruktur. Als inhabergeführte Gruppe erlebt es selbst, wie Verantwortung zwischen Generationen neu verteilt wird. Und als Integrator der Rinaldo Treuhand AG kennt es die Aufgabe, Kundenbeziehungen, Mitarbeitende und Wissen in eine neue Organisation zu überführen.
Das ist der Kern des Anspruchs «Unternehmer beraten Unternehmer». Es geht nicht nur um ein Modell oder einen Vertrag, sondern um Entscheidungen, deren Folgen die Beteiligten über Jahre tragen.
Andreas Kratzer bringt Erfahrung aus Finanzierungen, Akquisitionen, Wirtschaftsprüfung und Corporate Finance ein. Marco Kratzer verantwortet die operative Entwicklung der Gruppe. Nach Angaben des Unternehmens wuchs die Organisation unter seiner Führung von einem kleinen Treuhandbetrieb mit zwei Mitarbeitenden zu einer breit aufgestellten Beratungsgruppe.
Ihre Zusammenarbeit steht für eine Realität vieler Familienunternehmen: Eine neue Generation übernimmt nicht einfach einen Titel. Sie muss Entscheidungsfreiheit erhalten. Gleichzeitig dürfen Beziehungen und Erfahrungen nicht verloren gehen.
Nachfolge bedeutet, Rollen neu zu definieren: Wo bleibt die Erfahrung des Vaters wichtig? Wo entscheidet die Tochter allein? Und wann wird aus Unterstützung ein Hindernis für eigenständige Führung?
Kontinuität entsteht nicht von selbst
Bei der Rinaldo Treuhand AG war die personelle Situation besonders anspruchsvoll. Sämtliche langjährigen Mitarbeitenden befanden sich nach Angaben von Across kurz vor oder bereits im Pensionsalter. Damit mussten nicht nur Eigentum und Kundenmandate übergeben werden, sondern auch Erfahrungswissen, das sich nicht vollständig dokumentieren lässt.
Bereits vor der Übernahme der Rinaldo Treuhand AG wurde die Nachfolgeregelung sorgfältig vorbereitet. Across Advisory AG gewann mit Nicca Cahenzli frühzeitig einen erfahrenen Treuhandexperten für das Unternehmen. Dadurch konnte die Übergabe nicht erst mit dem Eigentümerwechsel beginnen, sondern über einen Zeitraum strukturiert geplant und umgesetzt werden.
Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die operative Übergabe, sondern vor allem die persönliche Einführung des künftigen Geschäftsführers bei den langjährigen Kundinnen und Kunden. So konnten tragfähige Beziehungen aufgebaut und das Vertrauen in die neue Führung bereits vor der eigentlichen Nachfolge gestärkt werden.
Nach dem erfolgreichen Abschluss der Transaktion übernahm Nicca Cahenzli die Geschäftsführung der Rinaldo Treuhand AG.
Die Mitarbeitenden konnten ihr Wissen weitergeben und Kunden persönlich mit den neuen Ansprechpartnern vertraut machen. Anschliessend schlossen sie ihr Berufsleben geordnet ab. Für die Kundschaft bedeutete dies keinen plötzlichen Bruch. Gleichzeitig erweiterte sich das Angebot – unter anderem um Unternehmensbewertungen, Wirtschaftsprüfung, Corporate Finance, Finanzierung und Nachfolgeplanung.
Auch die heutige Struktur macht den Übergang sichtbar: Die Rinaldo Treuhand AG ist weiterhin aktiv, Franco Rinaldo bleibt zeichnungsberechtigt, während Andreas und Marco Kratzer dem Verwaltungsrat angehören.
Der Fall zeigt, was oft unterschätzt wird: Verträge übertragen Eigentum, aber noch kein Vertrauen. Mitarbeitende wollen wissen, wie es weitergeht. Kunden möchten verstehen, wer künftig Verantwortung trägt. Und die abgebende Unternehmerpersönlichkeit muss erleben, dass ihr Werk nicht nur gekauft, sondern verstanden wird.
Fünf Warnsignale, dass ein Unternehmen noch nicht bereit ist
- Wichtige Kunden verlangen ausschliesslich nach der Unternehmenspersönlichkeit.
Ein Teil des Unternehmenswerts gehört damit der Person – nicht der Organisation. - Zentrales Wissen ist weder dokumentiert noch verteilt.
Eine Nachfolge wird dadurch schwer kalkulierbar. - Der gewünschte Preis basiert vor allem auf persönlicher Erwartung.
Ohne Bewertung fehlt die Grundlage für Finanzierung und Verhandlung. - Private und betriebliche Vermögenswerte sind eng verflochten.
Das erschwert Steuern, Kaufpreis und Transaktionsstruktur. - Familie und Geschäftsleitung kennen den Plan nicht.
Unausgesprochene Erwartungen werden später zu Konflikten.
Keines dieser Warnsignale bedeutet, dass ein Verkauf bevorstehen muss. Es zeigt, dass Handlungsbedarf besteht. Eine zweite Führungsebene, die Übergabe von Kundenbeziehungen, eine bereinigte Bilanz oder eine familieninterne Lösung brauchen Zeit.
Die Unterschrift ist nicht das Ende
Der Erfolg einer Nachfolge zeigt sich nicht am Tag der Vertragsunterzeichnung. Er zeigt sich später: wenn Kunden geblieben sind, Mitarbeitende Orientierung haben, die Finanzierung trägt und die neue Führung entscheiden kann. Und wenn die frühere Eigentümerschaft loslassen kann, ohne das Gefühl zu haben, das Lebenswerk sei verloren gegangen.
Eine gute Nachfolge schützt nicht einfach die Vergangenheit. Sie macht das Unternehmen bereit für eine Zukunft, die nicht mehr von jener Person abhängt, die es aufgebaut hat.
Across verbindet dafür persönliche Zielklärung, Analyse der Nachfolgefähigkeit, Unternehmensbewertung, Steuer- und Strukturplanung, Finanzierung sowie die Begleitung der Umsetzung. Die Gruppe deckt daneben Rechnungswesen, Steuerberatung, Audit und Corporate Finance ab.
Die erste Entscheidung lautet selten: An wen verkaufe ich?
Sie lautet: Was soll von meinem Unternehmen bleiben – und was muss sich verändern, damit es weiterbestehen kann?
Eine überzeugende Nachfolge beginnt nicht mit einem Kaufvertrag. Sie beginnt mit einem offenen Gespräch.
Wo steht das Unternehmen heute?
Der vertrauliche Nachfolge-Check von Across Advisory
In einem persönlichen Erstgespräch werden fünf Punkte eingeordnet: der gewünschte Zeithorizont, mögliche Nachfolgewege, der Unternehmenswert, personelle Abhängigkeiten und die nächsten sinnvollen Schritte.
Hier ein vertrauliches Gespräch mit Andreas Kratzer, Marco Kratzer oder einem verantwortlichen Partner des Nachfolgeteams vereinbaren:
across-advisory.ch
Across Advisory AG
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6340 Baar
+41 41 541 68 88
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