Inflation, geopolitische Spannungen, technologische Umbrüche: Wer Vermögen sichern oder langfristig aufbauen will, sollte heute mehr denn je auf Stabilität und Widerstandsfähigkeit achten.
Herr Rauch, viele Anlegerinnen und Anleger in der Schweiz fragen sich, wie sie ihr Vermögen in einem volatilen Umfeld widerstandsfähig aufstellen können. Welche Rolle spielen Edelmetalle heute in einer zukunftsorientierten Finanzstrategie?
Gold und Silber erfüllen im Kern dieselbe Funktion wie seit Langem: Sie sind eine sinnvolle Beimischung in einem ausgewogenen Portfolio. Wer langfristig denkt, kann mit physischem Edelmetall einen stabilisierenden Baustein ergänzen, neben Aktien, ETFs oder auch anderen Anlageformen, je nach Risikoprofil. Für viele unserer Kundinnen und Kunden geht es dabei nicht um kurzfristige Spekulation, sondern um Werterhalt und einen möglichst ruhigen, ausgewogenen Vermögensaufbau über die Jahre.
Gleichzeitig hat sich der Goldpreis zuletzt sehr dynamisch entwickelt. Wie erklären Sie diese Bewegung?
Beim Gold ist aktuell der wichtigste Treiber die stark gestiegene Nachfrage, vor allem seitens der Zentralbanken. Viele Länder diversifizieren ihre Währungsreserven stärker und reduzieren ihre einseitige Abhängigkeit vom US-Dollar. Gold gewinnt in diesem Umfeld wieder an Bedeutung, weil es weltweit akzeptiert ist, liquiditätsfähig bleibt und nicht beliebig vermehrt werden kann. Beim Silber ist die Lage etwas anders: Dort kommt ein grosser Teil der Nachfrage aus der Industrie, etwa aus der Chipproduktion, der Batterietechnologie oder dem Solarsektor. Das erklärt, weshalb Silber noch stärker von technologischen Zukunftstrends profitiert.
Dennoch gab es zuletzt auch deutliche Rücksetzer. Verliert Gold damit an Überzeugungskraft?
Nein. Kurzfristige Korrekturen ändern nichts an der strategischen Rolle von physischem Edelmetall. Was wir derzeit sehen, ist zum Teil klassisches Rebalancing: Wenn Gold in einem Portfolio stark gestiegen ist, realisieren institutionelle wie private Investorinnen und Investoren Gewinne, um andere Positionen nachzukaufen oder ihre Gewichtung neu auszutarieren. Für jemanden, der physisches Gold als langfristigen Vermögensbaustein hält, sind solche Schwankungen aber nicht entscheidend. Man wird mit Gold nicht über Nacht reich; dafür ist es auch nicht gedacht.
Welche Gewichtung halten Sie in einem Portfolio für sinnvoll?
Das hängt von der persönlichen Risikobereitschaft, vom Anlagehorizont und von der Vermögenssituation ab. Wer auf hohe Renditechancen in kurzer Zeit setzt, wird anders allokieren als jemand, der Wert auf Stabilität legt. Für eine langfristig orientierte Strategie halten viele Marktteilnehmer eine Beimischung von rund zehn bis fünfzehn Prozent für sinnvoll; in einzelnen Konstellationen kann der Anteil auch höher liegen. Entscheidend ist, dass Edelmetalle nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Teil einer durchdachten Gesamtstruktur.
Wie sollte jemand vorgehen, der erstmals in Gold oder Silber investieren will?
Am besten früh anfangen – und in kleinen, regelmässigen Schritten. Gerade für jüngere Anlegerinnen und Anleger ist es oft sinnvoller, kontinuierlich kleinere Beträge zu investieren, statt einmalig einen grossen Kauf zu tätigen. So profitiert man vom Durchschnittskosteneffekt und nimmt den Druck aus dem Timing. Physisches Edelmetall eignet sich aus meiner Sicht besonders dann, wenn man es als langfristigen Spar- und Sicherungsbaustein versteht: für die Altersvorsorge, für spätere grössere Anschaffungen oder schlicht als solide Reserve.
Der Edelmetallhandel ist ein besonders vertrauensbasiertes Geschäft. Wer in diesem Bereich tätig ist, muss die Vertrauenswürdigkeit jeden Tag beweisen.– Christian Rauch,
CEO
Sie sprechen von Vermögenssicherung «von der Taufe bis zur Rente». Was heisst das konkret?
Edelmetalle sind in sehr unterschiedlichen Lebensphasen sinnvoll, nur die Motivation verändert sich. Am Anfang des Berufslebens geht es eher darum, diszipliniert mit kleinen Beträgen Vermögen aufzubauen. Später rückt stärker in den Vordergrund, Vermögen zu erhalten, abzusichern und an die nächste Generation weiterzugeben. Gerade dafür ist physisches Gold interessant: Es ist greifbar, verständlich und lässt sich gut über Generationen hinweg weitergeben.
Der Edelmetallmarkt ist stark von Vertrauen geprägt. Worauf sollten Anleger bei der Wahl eines Anbieters achten?
Auf Transparenz, Kontinuität und Seriosität. Anleger sollten nachvollziehen können, wie Preise zustande kommen, welche Gebühren anfallen und wie Lagerung oder Auslieferung organisiert sind. Ebenso wichtig ist der persönliche Umgang: Hält sich ein Anbieter an regulatorische Standards, an Vorgaben zur Geldwäscheprävention und an klare Prozesse? Der Edelmetallhandel ist ein besonders vertrauensbasiertes Geschäft. Wer in diesem Bereich tätig ist, muss die Vertrauenswürdigkeit jeden Tag beweisen.
Was unterscheidet Degussa in diesem Umfeld?
Wir konzentrieren uns konsequent auf physische Edelmetalle und verkaufen Gold und Silber als Barren und Münzen. Dazu kommt unser Anspruch, dieses traditionelle Produkt mit zeitgemässen Services zu verbinden: mit hoher Transparenz, verlässlicher Beratung, sicheren Verwahrungslösungen und digitalen Angeboten, die auch für jüngere Kundinnen und Kunden attraktiv sind. Wir wollen nicht nur Transaktionen ermöglichen, sondern ein langfristiger Partner für den Vermögensaufbau und die -sicherung sein.
Edelmetalle sind ein traditionsreiches Produkt – und doch spielt auch bei Ihnen die Digitalisierung eine grosse Rolle. Wie verändert sie Ihr Geschäft?
Sehr stark, allerdings weniger auf der Produktseite als bei den Services. Das Produkt bleibt physisch. Aber die Art, wie Kundinnen und Kunden sich informieren, kaufen, verkaufen, lagern oder Sparpläne nutzen wollen, ist heute eine andere als noch vor zehn Jahren. Transparenz, Geschwindigkeit, Convenience und Flexibilität sind zentral geworden. Deshalb investieren wir intensiv in digitale Touchpoints, E-Commerce, sichere Prozesse und skalierbare Systeme. Für uns ist das ein wesentlicher Hebel, um neue Zielgruppen zu erreichen, gerade auch jene, die Vermögen nicht erst verwalten, sondern zunächst aufbauen möchten.
Degussa engagiert sich auch stark im Bereich Kunst und Kultur. Wie fügt sich das in das Selbstverständnis Ihres Hauses ein?
Kunst erweitert den Horizont, stiftet Dialog und schafft Verbindungen über Sprache, Herkunft oder politische Lager hinweg. Gerade junge Künstlerinnen und Künstler brauchen zu Beginn ihrer Laufbahn Unterstützung, und dort setzen wir an. Es gibt aber auch eine inhaltliche Nähe: Sowohl Gold als auch Kunst erschliessen ihren wahren Wert oft erst über die Zeit. Beides steht für Beständigkeit, kulturelle Bedeutung und für etwas, das über den reinen Tagespreis hinausweist. Insofern ergänzt dieses Engagement unser Selbstverständnis sehr gut.
Wagen wir den Blick in die Zukunft: Welche Bedeutung werden Edelmetalle in den kommenden Jahren in der Vermögensallokation spielen?
Ich sehe eher mehr als weniger Relevanz. Die grossen Themen unserer Zeit – geldpolitische Entwicklungen, internationale Spannungsfelder und der Wunsch nach realen, greifbaren Werten – sprechen dafür, dass physische Edelmetalle ihren Platz behalten oder sogar ausbauen. Neu ist allerdings, dass die Interessentinnen und Interessenten deutlich jünger werden. Wenn der Zugang transparent, sicher und digital gestaltet ist, wird Gold nicht nur ein Thema für Vermögende oder für die Weitergabe über Generationen bleiben, sondern auch für jene, die gerade erst beginnen, Vermögen aufzubauen.
Weitere Informationen unter degussa-goldhandel.ch


Schreibe einen Kommentar