wachstum wachstum lässt sich auch kaufen
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Schweiz

Wachstum lässt sich auch kaufen

30.10.2026
von Thomas Soltau

Ausländische Investor:innen entdecken Schweizer Unternehmen, während heimische Betriebe bei Zukäufen im Ausland vorsichtiger werden. Das wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wie erschliessen Unternehmen neue Geschäftsfelder, ohne ihr Kapital aufs Spiel zu setzen?

Im vergangenen Jahr übernahmen ausländische Käufer:innen 104 Schweizer KMU, so viele wie nie seit Beginn der Erhebung durch Deloitte im Jahr 2013. Der Schweizer Mittelstand ist also begehrt. Auf der anderen Seite sank die Zahl der Firmenkäufe Schweizer KMU im Ausland um 25 Prozent auf 51 Übernahmen. Die im Februar 2026 veröffentlichte Studie zeigt damit eine bemerkenswerte Verschiebung: Internationale Investor:innen greifen zu, während heimische Unternehmen jenseits der Landesgrenzen zurückhaltender agieren.

Partnerschaften sind dagegen oft sinnvoller, wenn zunächst unklar ist, wie gross die Nachfrage tatsächlich wird.

Wo sich der Einstieg lohnt
Besonders gefragt sind IT-Dienstleister und Softwarefirmen. Sie versprechen Zugang zu digitalen Geschäftsfeldern, die sich nicht jedes Unternehmen selbst erschliessen kann. Finanzinvestor:innen waren 2025 bereits an einigen Übernahmen beteiligt. Doch reichlich verfügbares Kapital macht aus einem Zukauf noch keine gute Investition. Wer zu teuer einkauft oder die Integration unterschätzt, kann den erhofften Wachstumsschub rasch verspielen.

Für Unternehmen stellt sich immer eine strategische Frage: Welche Fähigkeiten müssen sie selbst entwickeln, welche lassen sich besser einkaufen? Eine Übernahme kann den Markteintritt beschleunigen. Partnerschaften sind dagegen oft sinnvoller, wenn zunächst unklar ist, wie gross die Nachfrage tatsächlich wird.

Geschäftsideen auf dem Prüfstand
Neue Einnahmequellen entstehen allerdings nicht nur durch Wechsel der Eigentümerschaft. Digitale Dienstleistungen, Abonnements oder nutzungsabhängige Gebühren können bisherige Verkaufsmodelle ergänzen. Das verändert auch die Finanzierung: Statt eines einmaligen Kaufpreises fliessen die Einnahmen über längere Zeiträume. Unternehmen müssen ihre Kosten entsprechend planen.

Der entscheidende Massstab dürfte daher nicht das Wachstum allein sein, sondern der Ertrag im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Gerade darin liegt eine oft unterschätzte unternehmerische Leistung: Chancen zu erkennen, ohne jede davon selbst verfolgen zu müssen. Manchmal ist eine Partnerschaft wirtschaftlich klüger als ein millionenschwerer Zukauf.

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