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Schweiz Sponsored

Schweizer Industrie ist gefordert

30.10.2026
von SMA

Krisen in kurzen Abständen haben Unternehmen in den letzten Jahren immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Die Schweizer Industrie hat dabei eine aussergewöhnliche Anpassungsfähigkeit bewiesen. Die Industrie erwirtschaftet weiterhin knapp einen Fünftel der Wertschöpfung der Schweiz.

Rudolf Minsch, Chefökonom von economiesuisse

Dies ist bemerkenswert: Während der Industrieanteil in vielen europäischen Ländern in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückging, blieb er in der Schweiz weitgehend stabil.

Die Rahmenbedingungen haben sich jedoch verändert. Das wirtschaftliche Umfeld ist deutlich anspruchsvoller geworden: Eine erste Herausforderung ist die zunehmende Fragmentierung der Weltwirtschaft. Handelspolitische Spannungen, Zölle, industriepolitische Programme und geopolitische Risiken beeinflussen Investitions- und Standortentscheide stark.

Auch die Schweiz bleibt von diesen Entwicklungen nicht verschont. Als kleine, offene Volkswirtschaft mit einem begrenzten Binnenmarkt ist die Schweiz darauf angewiesen, ihre Marktzugänge durch Freihandelsabkommen oder mit einer Stabilisierung der Beziehungen zur EU im Rahmen der Bilateralen III abzusichern. Verlässliche internationale Wirtschaftsbeziehungen sind für die Schweiz von herausragender Bedeutung.

Zweitens hat die regulatorische Dichte in vielen Bereichen zugenommen. Regulierungen sind nötig. Doch viele davon könnten schlanker und kostensparender umgesetzt werden. Schätzungen zufolge könnten jährlich 30 Milliarden Franken eingespart werden, wenn die Behörden ihre Prozesse effizienter und digitaler ausgestalten würden. Es braucht daher eine Trendumkehr: weniger, aber wirksamere Regulierungen, die Unternehmen entlasten und Innovation ermöglichen.

Drittens ist die langfristige Versorgungssicherheit im Energiebereich keine Selbstverständlichkeit mehr. Um den zukünftigen Strombedarf zu decken, wird die Schweiz auf alle verfügbaren CO₂-armen Energieträger angewiesen sein – dazu gehört auch die Kernkraft. Für die Schweizer Industrie ergeben sich mehrere strategische Prioritäten. Zentral bleibt die Steigerung der Produktivität durch Digitalisierung, Automatisierung und den Einsatz künstlicher Intelligenz.

Ebenso entscheidend ist die Innovationsfähigkeit. In einem Hochkostenland wie der Schweiz können Unternehmen langfristig nur über Innovation und hohe Wertschöpfung erfolgreich sein.

Forschung, Entwicklung sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Hochschulen und Fachkräften bleiben deshalb zentrale Erfolgsfaktoren.

An Bedeutung gewinnt zudem die Diversifikation. Neue Absatzmärkte, zusätzliche Standorte und ergänzende Geschäftsfelder helfen, Risiken zu begrenzen und die Widerstandsfähigkeit zu stärken.

Die Schweiz verfügt über wichtige Standortvorteile: eine gut ausgebildete Erwerbsbevölkerung, das duale Bildungssystem, starke Hochschulen und innovative Unternehmen. Ob diese Stärken auch künftig ihre Wirkung entfalten, hängt davon ab, wie erfolgreich Unternehmen und Politik auf die veränderten globalen Rahmenbedingungen reagieren.

Text Rudolf Minsch, Chefökonom von economiesuisse

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