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14 November 2019

Der Onlinesucht nicht hilflos ausgeliefert.

8,5 Prozent der Schweizer Jugendlichen zeigen Symptome einer Onlinesucht, weitere 11,5 Prozent sind gefährdet (JAMESfocus 2017). Positive Erfolgserlebnisse sowie die Zuwendung und Unterstützung der Eltern können davor schützen. 

Laura (12) möchte gerade nicht mit der Familie am Küchentisch sitzen, sie scrollt lieber durchs Netz und chattet. Ihr Bruder Moritz (15) zieht sich in den Ferien wochenweise in sein Zimmer zurück und spielt Videospiele. Viele Eltern fragen sich: Wann ist der Medienkonsum zu viel? 

Drehen sich die Gedanken nur noch ums Online-Sein?

Gemäss «Sucht Schweiz» ist vor allem dann Vorsicht geboten, wenn andere Freizeitaktivitäten, die Schlafhygiene oder regelmässige Mahlzeiten vernachlässigt werden. Für eine Onlinesucht sind also andere Kriterien als die damit verbrachte Zeit ausschlaggebend. Würden Laura und Moritz jedoch immer dann Anzeichen von Nervosität und innerer Anspannung zeigen, wenn sie das Internet nicht nutzen können, sollten die Eltern aufhorchen.

Eltern sind Vorbilder, auch für Jugendliche 

Jugendliche schauen sie sich mehr von ihren Eltern ab, als diesen bewusst ist. Wenn Erwachsene Mühe haben, dem Griff zum Handy zu widerstehen, so wählt auch ihr 12- bis 19-jähriger Nachwuchs vermehrt diese Bewältigungsstrategie. Es ist wichtig, die Jugendlichen anzuleiten, wie sie mit negativen Emotionen umgehen können. Wenn Laura die Schule frustriert oder für Moritz die soziale Anerkennung ausbleibt, können die Teenager noch nicht alleine damit umzugehen. 

Onlinekonsum nicht automatisch schlecht

Fachleute raten zu klaren Regeln im Umgang mit internetfähigen Geräten, an die sich auch die Eltern halten sollen: «Damit Regeln von Jugendlichen respektiert und eingehalten werden, sollten sich auch die Erwachsenen daran halten», so Lilian Suter, Medienpsychologin an der ZHAW. Online-Verbote seien dabei meist keine geeignete Lösung, viel wichtiger sei es, dass Jugendliche selber einen bewussten und gesunden Umgang mit der Online-Welt entwickelten.

Erfolgserlebnisse offline

Moritz und Laura befinden sich in einer wichtigen Phase der Gehirnentwicklung. Daher ist eine weitere Möglichkeit, die Heranwachsenden zu unterstützen, ihnen Freizeitangebote zur Verfügung zu stellen, welche durch positive Offlineerfahrungen ihre persönliche Entwicklung stärken. Werden sie dann noch beim konstruktiven Umgang mit Frustration von ihren Eltern angeleitet, hat Onlinesucht keine Chance.

Tipp: Handy verbannen

Wenn die bunte Onlinewelt jederzeit griffbereit ist, wird es schwer, sich der Versuchung zu entziehen. Die Lösung: Das Handy aus dem Schlafzimmer verbannen. Ein herkömmlicher Wecker sollte der Fairness halber auch das Handy auf dem elterlichen Nachttisch ersetzen.

Text: Johanna Widmer

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