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Digitale Geschäftsmodelle unter Regulierungsdruck

14.04.2026
von SMA

Wer künstliche Intelligenz strategisch nutzen will, braucht mehr als technologische Geschwindigkeit: Gefragt sind belastbare Regeln für Wertschöpfung, Verantwortung und Skalierung. Bird & Bird berät Unternehmen dort, wo digitale Innovation rechtlich besonders anspruchsvoll wird – an der Schnittstelle von Daten, Verträgen und Regulierung.

Dr. Miriam BallhausenPartner

Dr. Miriam Ballhausen
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Frau Dr. Ballhausen, ist KI vor allem ein Produktivitätshebel oder ein Haftungsrisiko mit Renditeversprechen?

Beides. KI ist in vielen Fällen ein Produktivitätsmotor. Aber dieser Hebel funktioniert nicht automatisch. Entscheidend ist, wo und wie Unternehmen sie einsetzen. Wer KI unreflektiert nutzt, ohne Grenzen, Datenflüsse und Risiken zu verstehen, schafft schnell neue Haftungsrisiken. Wer sie dagegen als Werkzeug für Strukturierung, Vorbereitung und neue Denkanstöße begreift, kann Produktivität und Qualität steigern.

Erleben Sie in der Praxis eher zu viel Vorsicht oder eher die Tendenz, technologische Geschwindigkeit über rechtliche Belastbarkeit zu stellen?

Das hängt stark vom Unternehmen ab. Stark regulierte Branchen wie beispielsweise der Finanzsektor agieren meist vorsichtiger, weil sie regulatorische Dichte gewohnt sind. Start-ups und klassische Technologieunternehmen gehen oft risikofreudiger vor, auch weil sie sonst kaum schnell genug innovieren könnten. Hinzu kommt: Bei etablierten Themen wie Datenschutz oder Urheberrecht gibt es inzwischen mehr Orientierung, bei anderen Regelwerken wie etwa der KI-Verordnung dagegen vielerorts noch nicht.

Digitale Geschäftsmodelle basieren oft auf Daten. Wem gehört künftig der Wert, dem Plattformbetreiber, dem Datenerzeuger oder dem Modellanbieter?

Rechtliche Zuordnung und wirtschaftliche Verwertung und Verwertungsmöglichkeiten fallen hier häufig auseinander. Auf dem Papier ist relevant, wem Daten oder Datenzugänge zustehen. In der Praxis liegt der wirtschaftliche Wert aber oft bei den Akteuren, die Daten im großen Maßstab nutzbar machen, mit Produkten verknüpfen und skalieren können – also häufig bei Plattformbetreibern oder Modellanbietern. Verträge sind deshalb der entscheidende Hebel: Sie regeln, wer welche Daten wie verwenden darf und wer davon wirtschaftlich profitiert.

Gerade weil Technologieregulierung international, komplex und teils widersprüchlich ist, muss Beratung vorausschauend sein: Was geht, was geht nicht – und unter welchen Bedingungen?– Dr. Miriam Ballhausen,
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Welche Vertragsfehler beobachten Sie besonders häufig?

Problematisch sind pauschale Klauseln wie: »Dies ist kein Hochrisiko-KI-System.« Solche Sätze schaffen vor allem Scheinsicherheit. Ob ein System als Hochrisiko-System gilt, hängt oft vom konkreten Einsatz ab und der liegt typischerweise beim Kunden. Sinnvoller ist es, Risiken offen zu adressieren, Verantwortlichkeiten sauber zu verteilen und vertraglich klar festzulegen, wer welche Compliance-Pflichten übernimmt.

Muss moderne Rechtsberatung damit stärker zur strategischen Navigationsfunktion werden?

In weiten Teilen ist sie das längst. Unternehmen erwarten heute nicht nur Warnhinweise, sondern belastbare Handlungsoptionen. Gerade weil Technologieregulierung international, komplex und teils widersprüchlich ist, muss Beratung vorausschauend sein: Was geht, was geht nicht – und unter welchen Bedingungen? Diese Navigationsfunktion wird in einer digital vernetzten und regulatorisch dichteren Wirtschaft weiter an Bedeutung gewinnen.

Weitere Informationen unter:
twobirds.com

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