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8 Dezember 2019

Chronische Krankheiten kommen selten allein.

Wenige sprechen offen darüber, häufig bleiben sie auch unerkannt: Chronische Krankheiten gehen häufig mit Depressionen einher. Es lohnt sich, bei gewissen Symptomen genauer hinzusehen. 

Wird eine chronische Erkrankung diagnostiziert, ist das für Betroffene ein Schock. Sie müssen sich auf ein neues Leben mit der Krankheit als ständigem Begleiter einstellen. Die Krux: Auswirkungen auf die Psyche werden oft nicht frühzeitig erkannt. 

Depression schwer erkennbar

Die Psychologin und Forscherin des Schweizer MS Register Zentrums, Stephanie Rodgers, bestätigt: «Oftmals kann es schwierig sein, eine Depression bei gleichzeitigen chronischen Erkrankungen zu erkennen.» Stimmungsveränderungen würden auf die Belastung durch die chronische Erkrankung geschoben. Zu Unrecht, denn im Vergleich zu nicht chronisch Kranken haben beispielsweise MS-Betroffene ein zwei- bis viermal höheres Risiko, an einer Depression zu erkranken. Natürlich sind solche Ergebnisse nicht für alle chronischen Erkrankungen verallgemeinerbar: Die grundlegende Wechselwirkung zwischen Depressionen und chronischen Krankheiten besteht jedoch bei allen chronischen Leiden bis zu einem gewissen Grad.

Diagnostische Herausforderung

Depressionen stellten die Medizin, so Rodgers, vor eine besondere, diagnostische Herausforderung: Die Symptome von Depression und chronischer Krankheit sind häufig ähnlich, so beispielweise starke Erschöpfung und Schlafstörungen. Zusätzlich müssten sogenannte «stille», von aussen unsichtbare, Symptome von den Patienten selbst als relevante Symptome erkannt werden, um sie den Medizinern kommunizieren zu können. Stille Symptome die einen aufhorchen lassen sollten, sind Traurigkeit, Verlust an Freude, starker Pessimismus, Versagensgefühle, Selbstablehnung und Selbstkritik bis hin zu Suizidgedanken. Kürzlich ausgewertete Daten des Schweizer MS Registers ergaben, dass etwa ein Drittel der befragten MS-Betroffenen von einschränkenden, «stillen» Depressionssymptomen betroffen sind (vgl. www.ms-register.ch). Es ist wichtig, auch diese Symptome dem medizinischen Team mittzuteilen.

Die gute Nachricht

Chronische Krankheiten können meist nicht vollständig geheilt werden – Depressionen hingegen oft schon. Dass sich Betroffene möglichst frühzeitig Hilfe suchen, ist dabei ganz entscheidend. Je nach individueller Situation kann eine Depression psychotherapeutisch, zusätzlich medikamentös oder auch ergänzend mit alternativ-medizinischen Verfahren behandelt werden. Auch körperliche Aktivität ist zur Depressionstherapie überaus wirksam: Zum Beispiel Nordic Walking oder andere muskelstärkende Aktivitäten vermögen Symptome von chronischen Krankheiten positiv zu beeinflussen. Und ganz wichtig: Betroffene können sich Hilfe suchen, als chronisch Kranke mit depressiven Symptomen sind sie mit der Situation definitiv nicht alleine. 

Weitere Informationen zu MS und Depression unter www.multiplesklerose.ch oder Mo – Fr (9 bis 13 Uhr) – 0844 674 636

Text: Johanna Widmer

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