ki – ein effektives mittel gegen den fachkräftemangel
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KI – ein effektives Mittel gegen den Fachkräftemangel

20.10.2026
von SMA

Künstliche Intelligenz kann Kreative wie Architekt:innen von lästigen Alltagsaufgaben entlasten. Das fördert nicht nur die Effektivität, sondern auch die Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Skeptiker:innen sollten regelmäßig die Fortschritte testen.

Der Bausektor und die Architekturbranche stehen vor einer immensen Herausforderung durch den demografischen Wandel und den spürbaren Fachkräftemangel. Die Auswirkungen sind dramatisch: In vielen Bauunternehmen werden in den kommenden fünf bis zehn Jahren rund 40 Prozent der Beschäftigten in den Ruhestand gehen. Erschwerend kommt hinzu, dass auf dem Arbeitsmarkt schon jetzt eine deutliche Lücke klafft: Auf 100 arbeitssuchende Architekt:innen und Bauingenieur:innen kommen bis zu 300 unbesetzte Positionen.

Neue KI-Anwendungen vergrößern nun die Bandbreite zwischen dem inneren Bild und dem digitalen Modell.

Vor diesem Hintergrund erweist sich der Einsatz Künstlicher Intelligenz nicht als Jobkiller, sondern als Chance, die drohenden demografischen Engpässe abzufedern. Denn KI-Systeme können zeitaufwendige Routineaufgaben wie das Nachschlagen von Normen, Dokumentationen, Mengenermittlungen sowie erste Modellprüfungen übernehmen. Das steigert die Effektivität: Durch diese digitale Unterstützung kann eine einzelne Fachkraft das Arbeitspensum von zwei bis drei Personen bewältigen. Dadurch werden dringend benötigte Kapazitäten geschaffen, die über Neueinstellungen gar nicht mehr abgedeckt werden könnten.

Und das steigert zugleich die Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Denn ein zentraler Gewinn durch den Einsatz von KI liegt darin, dass sich Kreative wie Architekt:innen wieder stärker auf ihre eigentliche Kernkompetenz konzentrieren können. Schließlich wählt niemand diesen Beruf mit dem Ziel, wöchentlich 40 Stunden Vorschriften zu prüfen oder Pläne abzugleichen. Doch das ist heute Realität, denn viele Planer:innen verbringen bisher oft nur etwa zwei Stunden alle zwei Wochen mit der rein kreativen Entwurfsarbeit. Neue KI-Anwendungen vergrößern nun die Bandbreite zwischen dem inneren Bild und dem digitalen Modell. Über natürliche Sprache und Skizzen lassen sich Erstentwürfe innerhalb kürzester Zeit auf den Bildschirm bringen und flexibel iterieren. Ein großer Fortschritt im Alltag.

Aber wichtig ist, dass trotz des steigenden Automatisierungsgrads die Letztverantwortung uneingeschränkt beim Menschen bleibt. Ähnlich wie bei Fahrassistenzsystemen im Auto unterstützt die Software bei Teilprozessen, während der Planer das System überwacht und mit seiner persönlichen Unterschrift haftet. Zudem erfordert die Arbeit mit generativer KI – was derzeit oft unterschätzt wird – ausgeprägtes kritisches Denken. Wer sich blind auf KI-Ergebnisse verlässt, riskiert Konzepte, die zwar vordergründig schlüssig klingen, sich bei tiefergehenden Rückfragen jedoch rasch als fehlerhaft herausstellen.

Derzeit sind Vorbehalte und Skepsis gerade in kreativen Berufen durchaus noch verbreitet. Sie resultieren häufig aus früheren Erfahrungen mit älteren KI-Modellen, die vor ein bis zwei Jahren noch stark halluzinierten. Dieser Skepsis lässt sich am besten durch konkrete Anwendungsfälle begegnen – etwa durch Werkzeuge wie den AI Visualizer für die schnelle Erstellung von Rendering-Varianten. Da sich die Technologie rasant weiterentwickelt, raten Expert:innen, bestehende Werkzeuge und Modelle kontinuierlich neu zu testen, um festzustellen, welche Fortschritte sie machen.

Text: Armin Fuhrer

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