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Deutschland

Die nächste Evolutionsstufe der Softwareentwicklung

19.08.2026
von SMA

Deutsche Mittelstandsunternehmen stehen vor der Frage, wie sie mithilfe intelligenter Softwareentwicklung ihre Prozesse effizienter digitalisieren, Kosten senken oder neue Geschäftsmodelle erfolgreich zur Marktreife bringen können. Reicht dafür der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der B2B-Softwareentwicklung aus oder braucht es darüber hinaus weitere Werkzeuge und Technologien?

Ein Blick auf vier aktuelle Ansätze der Softwareentwicklung zeigt, wie unterschiedlich Unternehmen heute Software entwickeln – und wo ihre jeweiligen Stärken und Grenzen liegen. Bei der klassischen Softwareentwicklung programmieren Entwickler:innen eine Anwendung von Grund auf, indem sie Quellcode schreiben. Die fachlichen Anforderungen werden zuvor von den jeweiligen Stakeholdern definiert. Bei der KI-unterstützten Programmierung unterstützt die KI die Entwickler:innen unter anderem mit Quellcodevorschlägen und Chat-Funktionen. Die Verantwortung für den Code verbleibt jedoch weiterhin bei der Programmiererin oder beim Programmierer, die oder der ihn auf Basis fachlicher Vorgaben selbst erstellt.

Vier Ansätze – ein gemeinsames Prinzip

Beim Vibe-Coding als nächster Entwicklungsstufe beschreiben die Anwendenden die gewünschte Funktionalität in natürlicher Sprache. KI-gestützte Dialogplattformen erzeugen daraus den Quellcode. Die Programmierer:innen schreiben somit keinen Code mehr selbst. Gerade bei größeren Anwendungen müssen sie den erzeugten Code jedoch weiterhin orchestrieren, die Qualität sichern und die einzelnen Komponenten zusammenführen. Dabei entsteht – ebenso wie bei den übrigen Ansätzen – neuer Quellcode. Auch Low-Code-Plattformen ermöglichen durch vorkonfigurierte Bausteine und zahlreiche Unterstützungsfunktionen eine deutlich schnellere Entwicklung von Softwarelösungen. Dennoch wird auch hier für jede neue Anwendung neuer Quellcode erzeugt.

Trotz ihrer Unterschiede haben alle vier Ansätze wesentliche Gemeinsamkeiten: In jedem Softwareprojekt entsteht neuer Quellcode, der qualitätsgesichert, getestet und installiert werden muss. Zudem ist in der Regel Programmier-Know-how erforderlich. Die fachlichen Anforderungen stammen weiterhin von den jeweiligen Stakeholdern.

Generische Plattformen als nächster Entwicklungsschritt

Wäre es daher nicht der nächste logische und zugleich bahnbrechende Innovationsschritt, fast jede Softwarelösung auf Basis einer einzigen Quellcodebasis konfigurieren zu können – inklusive einer integrierten Runtime beziehungsweise Ausführungsumgebung und ganz ohne klassisches Programmier-Know-how? Christof Langer, Co-Sprecher der Arbeitsgruppe »Digitalisierung beschleunigen« der Initiative »Made for Germany«, beschreibt diese Entwicklung so: »Die Softwareentwicklung wird sich künftig hin zu sogenannten generischen Code-Plattformen (GPC) entwickeln. Diese integrieren KI-Assistenten sinnvoll, sodass auf Basis einer einzigen Quellcodebasis, die höchsten Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen genügt, nahezu jede Lösung frei konfiguriert und dauerhaft effizient gewartet werden kann. Erste deutsche Softwarehersteller haben dieses Konzept bereits aufgegriffen. Gerade im Bereich der B2B-Anwendungen könnte Deutschland damit weltweit eine führende Rolle bei der Vermarktung solcher innovativen Plattformen einnehmen.«

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