Mobiliät
Editorial Mobilität

Mobilität hat Zukunft

30.08.2021
von SMA
Dr. Ulrich Seewer

Dr. Ulrich Seewer

Den roten Sportwagen in der Garage, das schnelle E-Bike auf dem Weg zur Arbeit, flanierende Menschen in der Stadt, schnelle Züge, startende Flugzeuge und romantische Bergbahnen, aber auch Lärm entlang grosser Verkehrsachsen, Staus und einen hohen Energieverbrauch – all dies verbinden wir mit Mobilität. Zweifellos ist sie eine zentrale Voraussetzung für das Funktionieren unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Damit wir auch in Zukunft mobil sein können, gilt es fünf Herausforderungen aktiv anzugehen.

Der Verkehr ist nicht überall gleich.

Erstens müssen die Chancen und Möglichkeiten der technologischen Entwicklungen so genutzt werden, dass eine effiziente, dekarbonisierte Mobilität Realität wird. Zweitens gilt es, Verkehr und Siedlung näher zusammenzubringen, damit die Menschen kürzere Wege in attraktiven urbanen Räumen vermehrt zu Fuss, mit dem Velo oder mit dem öffentlichen Verkehr zurücklegen. Damit werden auch Umwelt und Landschaft geschont. Drittens sind regionale Unterschiede zu beachten. Der Verkehr ist nicht überall gleich. Während im Verkehr in und zwischen den Städten der öffentliche Verkehr im Vorteil ist, wird das Auto in dünn besiedelten ländlichen Räumen unverzichtbar bleiben. Die Verkehrsmittel und -angebote müssen besser miteinander vernetzt werden, damit die Menschen auf ihren Wegen Verkehrsmittel einfacher wechseln können. Dazu braucht es attraktive Verkehrsdrehscheiben und gute Informationen auf elektronischen Apps. Viertens gilt es zu beachten, dass die Bevölkerung wächst und gleichzeitig älter wird. Menschen arbeiten vermehrt im Homeoffice und pendeln dadurch weniger, bestellen aber mehr im Internet und wollen in ihrer Freizeit häufiger unterwegs sein. Entsprechend werden der Freizeit- und der Güterverkehr an Bedeutung gewinnen. Hier braucht es gute neue Angebote im öffentlichen Verkehr und Konzepte für die Versorgung der urbanen Räume mit Gütern. Damit die hohe Qualität des Verkehrssystems erhalten bleiben kann, muss – last but not least – die Finanzierung gesichert bleiben. Die Fonds, aus denen wir unsere Infrastrukturen finanzieren, wollen weiter gefüllt werden. Dabei gilt es zu beachten, dass die Mobilität volkswirtschaftlich betrachtet nach wie vor zu billig ist und ein Teil der Kosten von der Allgemeinheit getragen wird.

Nur gemeinsam schaffen wir es, die künftige Mobilität sinnvoll zu gestalten! Es braucht dazu gute Grundlagen zur Abstimmung von Siedlung und Verkehr, eine klare Mobilitätsstrategie, so wie sie der Bund im Rahmen des Berichts «Mobilität und Raum 2050» vorbereitet und gute Instrumente und Anreize für die Weiterentwicklung des Verkehrssystems, wie beispielsweise die Agglomerationsprogramme. So kann die Schweiz auch in Zukunft an die Bestleistungen des hiesigen Verkehrs, wie etwa den hohen Anteil der Bahn beim alpenquerenden Güterverkehr, die ausgezeichnete Infrastrukturqualität bei Strasse und Schiene oder das attraktive touristische Veloverkehrsnetz, anknüpfen. Dies dient allen Menschen, der Wirtschaft und der Umwelt in unserem Land. Schlüssel für den Erfolg ist eine gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden sowie den Verkehrsanbietern. Der vorliegende «Fokus Mobilität» zeigt verschiedene konkrete Beispiele attraktiver Lösungen und Angebote für die Mobilität der Zukunft, die bereits heute zur Verfügung stehen.

Text Dr. Ulrich Seewer, Vizedirektor und Leiter des Direktionsbereichs 2, Bundesamt für Raumentwicklung ARE

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