kin beim skifahren, erinnerungen machen
Editorial Winter

Starke Erlebnisse schaffen stärkende Erinnerungen

19.01.2022
von SMA
Damian Constantin, Präsident der RDK, Konferenz der regionalen Tourismusdirektoren der Schweiz

Damian Constantin,
Präsident der RDK, Konferenz der regionalen Tourismusdirektoren der Schweiz

Das Knirschen des gehärteten Schnees unter den Schuhen. Die Weichheit der frischgefallenen Schneeflocken unter den Ski. Die umfassende Stille im offenen Sessellift, wenn er über ein Waldstück schwebt oder das Jauchzen der Kinder bei ihren ersten Schwüngen am Hang. Hören und spüren Sie das alles, wenn Sie jetzt kurz die Augen schliessen?

Erinnerungen können fast so intensiv sein, wie das Erleben selbst. Die letzten zwei Jahre haben uns grosse Einschränkungen auferlegt. Und wir haben erfahren, wie wichtig in dieser Zeit positive Erinnerungen sind. Als eine Art Kopfkino erlauben sie uns kurze Fluchten aus dem Alltag. Und seien wir ehrlich, wir alle brauchen in dieser schwierigen Zeit Auszeiten vor dem Alltag.

Doch am Anfang des Kopfkinos steht immer das Erleben. Wir werden getragen von der grossen Sehnsucht nach Natur und wollen uns an der frischen Luft bewegen. Verschneite Landschaften vor imposanter Bergkulisse, spektakuläre Bahnen, gemütliche Pistenbeizen und eindrückliche Abfahrten – die Schweizer Bergwelt bietet so viel, was Herz und Kopf erfreut. Unsere einzigartige Natur hat die einmalige Kraft, Energie zu spenden. Dieser gilt es, Sorge zu tragen. Nachhaltiges Reisen bedeutet nicht zwingend Verzicht. Nachhaltiges Reisen steht für mehr Bewusstsein, Genuss und Tiefe.

Aber auch das Bedürfnis nach Orientierung, Sicherheit und die Sorge um die eigene Gesundheit sind speziell in diesem Winter hoch. Wir alle sind entsprechend gefordert und wollen mit der Respektierung der geltenden Regeln einen Beitrag für die Bekämpfung der sanitären Krise leisten. Um dies zu ermöglichen, haben sich die touristischen Leistungsträger auch in den Bergen minutiös auf die ungewöhnliche Wintersaison vorbereitet. Damit können wir alle auch diesen Winter wieder aussergewöhnliche Erlebnisse geniessen.

Die aktuellen Reisebeschränkungen führen dazu, dass die Schweizerinnen und Schweizer den Winter im eigenen Land verbringen und erstmals oder wieder die Schweiz für sich entdecken. Passend dazu lancierte Schweiz Tourismus die Winterkampagne «My First Time». Warum ein erstes Mal? Weil die Vorfreude und Aufregung des Neuen eine einzigartige Energie freisetzen können. Eine positive Energie, die besonders in diesen Pandemiejahren höchst willkommen ist.

Schweizer Skigebiete legen grosses Augenmerk darauf, auch für Kinder attraktiv zu sein. Damian Constantin

Der Sonntag auf der Piste, der Wochenendausflug in den Bergen und die Sportferien in einer der zahlreichen Destinationen sind aus gutem Grund zum Schweizer Kulturgut geworden. Das erstaunt nicht: Die Bewegung in der freien Natur ist gesund und fördert die Freude am Sport. Nicht zufällig also, dass die Schweiz immer wieder grosse Schneesportstars hervorbringt. Demnächst können wir wieder mitfiebern, wenn sie an den Olympischen Spielen um Medaillen kämpfen. Diese Dichte an Ausnahmekönnerinnen und -könnern ist Zeichen dafür, dass wir viele Nachwuchstalente haben. Allen ist ihnen gemein, dass sie bereits als Kinder auf und neben den Pisten aktiv unterwegs waren. Auch das ist kein Zufall: Schweizer Skigebiete legen grosses Augenmerk darauf, auch für Kinder attraktiv zu sein. Gerade die Kinder brauchen Auszeiten im Freien ganz besonders. Dabei sollen sie sich wohlfühlen und in einem sicheren Umfeld Erfahrungen mit Schneesportarten machen können. Destinationen mit dem Family-Label vom Schweizer Tourismus Verband sind bewusst auf Kinder ausgerichtet.

Erfreulich ist, dass der Start in die Wintersaison 2021/22 für die Schweizer Seilbahnbranche mit einem Plus von über 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr gelungen ist. Diesem erfreulichen Resultat liegt auch zugrunde, dass die Schweizer Skigebiete zu den Besten weltweit gehören. Sie erneuern sich ständig, um den Bedürfnissen der Menschen gerecht zu werden. Oberste Priorität hat ein sicherer Winterbetrieb für die Gäste. Die Bergbahnen hatten deshalb Mitte Dezember 2021 auf freiwilliger Basis zusätzliche Covid-Massnahmen beschlossen. So gelten etwa in Grosskabinen Kapazitätsbeschränkungen. Es liegt also nur an uns, eigene Erlebnisse zu schaffen. Erlebnisse, die wir als Erinnerungen in uns drinnen ablegen. Sie erfüllen uns im Moment des Erlebens mit Freude – aber auch dann, wenn wir sie als Erinnerungen in schwierigen Zeiten abrufen können. Damit schaffen wir es, auch harte Phasen durchzustehen.

Lasst uns als Schweiz in dieser schwierigen Situation zusammenstehen. Ein Aufenthalt in den Schweizer Bergen hilft durchzuatmen, aufzutanken und inmitten kraftspendender Natur für ein paar Momente einfach nur zu geniessen. Lasst uns bewusst die Schweiz und ihre Natur entdecken und in ihr so wertvolle Energie zu tanken!

Text Damian Constantin, Präsident der RDK, Konferenz der regionalen Tourismusdirektoren der Schweiz

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