grauer star, augen
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Deutschland Gesundheit

Mit Hightech gegen Grauen Star

20.08.2026
von Iris Soltau

Moderne Kunstlinsen und präzise Laserverfahren eröffnen neue Möglichkeiten bei der Kataraktoperation – welche davon sinnvoll und bezahlbar sind, muss individuell geklärt werden.

Kontraste verlieren an Schärfe, Farben wirken matter, Scheinwerfer blenden stärker: Der Graue Star entwickelt sich meist schleichend. Ursache ist eine zunehmende Eintrübung der natürlichen Augenlinse. Schränkt sie das Sehen im Alltag deutlich ein, wird die Linse operativ entfernt und durch eine künstliche ersetzt. In Deutschland werden Schätzungen zufolge rund eine Million Kataraktoperationen pro Jahr durchgeführt – Tendenz steigend. 

Vor dem Eingriff stehen wichtige Entscheidungen an: Patientinnen und Patienten müssen zwischen verschiedenen Linsentypen und Operationsverfahren wählen. Wer zusätzlich bestimmte Technologien wie einen Femtosekundenlaser nutzen möchte, sollte prüfen, welche Leistungen die Krankenkasse übernimmt und welche privat zu bezahlen sind. So rücken medizinischer Nutzen und finanzielle Folgen gleichermaßen in den Blick.

Mehr Präzision im OP

Bei der Planung geht es zunächst um das künftige Sehziel. Monofokallinsen bilden meist einen Entfernungsbereich gut ab, für andere Distanzen bleibt eine Brille nötig. Premium-Intraokularlinsen können zusätzliche Sehbereiche abdecken oder eine Hornhautverkrümmung ausgleichen. Welche Linse geeignet ist, hängt vom Zustand des Auges, den Sehgewohnheiten und den Erwartungen ab.

Ergänzend zur klassischen Operation kann ein Femtosekundenlaser einzelne Schritte übernehmen, etwa die Öffnung der Linsenkapsel und die Vorfragmentierung der getrübten Linse. Der Laser arbeitet nach festgelegten Parametern und kann diese Schritte sehr gleichmäßig ausführen. Gerade bei Linsen mit zusätzlichen optischen Funktionen kann eine gleichmäßige Öffnung der Linsenkapsel die präzise Positionierung unterstützen. Der Femtosekundenlaser ersetzt jedoch weder eine sorgfältige Diagnostik noch die Erfahrung des Operateurs.

Neue Grenzen bei der Abrechnung

Seit dem 1. Juli 2026 gelten für gesetzlich Versicherte veränderte Regeln. Operation, postoperative Überwachung und Nachbehandlung sind auch beim Einsatz einer Sonderlinse vollständig durch Kassenleistungen abgegolten. Zusätzlicher ärztlicher Aufwand oder einzelne Operationsschritte mit demselben Behandlungsziel dürfen nicht parallel privat berechnet werden. Die Mehrkosten einer Intraokularlinse mit zusätzlichen Funktionen können Patientinnen und Patienten weiterhin selbst übernehmen.

Für den Femtosekundenlaser bedeutet das eine klare Trennung: Da seine Teilschritte – etwa die Öffnung der Linsenkapsel und die Vorfragmentierung – demselben Behandlungsziel dienen wie die Kataraktoperation selbst, lässt sich sein Einsatz nicht mehr separat privat hinzurechnen, wenn die Operation als Kassenleistung abgerechnet wird. Wer den Femtosekundenlaser nutzen möchte, muss sich deshalb für den privaten Abrechnungsweg entscheiden; eine Mischung aus Kassenleistung und privat berechnetem Lasereinsatz ist nicht mehr vorgesehen.

Gut informiert entscheiden

Eine Kataraktoperation wird an einem Auge in der Regel nur einmal vorgenommen. Die Wahl von Linsentyp und Operationsverfahren wirkt sich deshalb langfristig auf die Sehqualität aus. Umso wichtiger ist eine ausführliche Beratung: Moderne Linsen und präzise Operationsverfahren eröffnen viele Möglichkeiten, das Sehen zu verbessern. Welche Lösung den größten persönlichen Mehrwert bietet, hängt vom Befund, den eigenen Erwartungen und den finanziellen Rahmenbedingungen ab. Sind diese Faktoren gut aufeinander abgestimmt, lässt sich die Behandlung individuell planen – mit dem Ziel, die Sehqualität langfristig zu verbessern und im Alltag möglichst unabhängig zu bleiben.

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