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Wohnen

600 Tage Wellness: Tipps fürs Traumbadezimmer

15.08.2026
von Sybille Bruetsch-Prevot

Wir verbringen im Laufe unseres Lebens rund 600 Tage im Badezimmer. Grund genug, die Nasszelle bei der Renovation in einen echten Wohlfühlort zu verwandeln. Von der cleveren Raumaufteilung über smarte Technik bis hin zu den neusten Materialtrends: So wird das Bad nachhaltig, funktional und stilvoll – damit der Traum vom privaten Spa nicht an der fehlenden Badewanne scheitert.

Es gibt nichts Schöneres, als sich nach einem langen Arbeitstag ein duftendes Schaumbad einzulassen und wohlig abzutauchen. Blöd nur, wenn man nach der Renovation des Badezimmers auf eine grosse Dusche gesetzt und sich gegen eine Badewanne entschieden hat. Deshalb: gut geplant ist halb gebadet!

Von der Nasszelle zur Wellnessoase

Kaum ein Raum hat in den vergangenen Jahrzehnten eine solche Renaissance durchgemacht wie das Badezimmer. So hatte man in der Schweiz noch bis in die Fünfzigerjahre nicht unbedingt in jeder Wohnung ein eigenes Bad oder WC. Danach war das Badezimmer mehr Mittel zum Zweck und hat kaum dazu eingeladen, mehr Zeit als nötig darin zu verbringen. Pril-Blumen auf dem Handabwaschmittel waren das Höchste der Gefühle: Mit ihnen hat man nicht nur Küchenplättli, sondern auch diejenigen im Badezimmer verschönert.

Inzwischen gehören Badewanne, begehbare Dusche, Doppellavabo, Closomat, separates Gäste-WC schon fast zur Standardausstattung. Im Durchschnitt verbringen Schweizerinnen und Schweizer 30 Minuten pro Tag im Badezimmer. Da darf man es sich schon ein bisschen schön machen, oder?

Planung ist alles

Bevor man mit Renovieren beginnt, sollte der Raum sorgfältig analysiert werden. Dabei spielen die Grösse des Badezimmers, die vorhandenen Wasser- und Stromanschlüsse sowie die Bedürfnisse der Nutzenden eine entscheidende Rolle. Gerade bei kleinen Badezimmern ist auf ausreichend Stauraum zu achten. Schmale Hochschränke oder Regale bis unter die Decke schaffen viel Platz auf kleiner Grundfläche, wobei die oberen Fächer sich für Dinge eignen, die nur selten benötigt werden.

Bodenebene Duschen sind grosszügig und modern. Gerade in kleinen Bädern wirken sie raumvergrössernd. Ebenfalls optimal ist, dass sie im Alter den Einstieg erheblich erleichtern. Bei solch grossen Duschen unbedingt auf Rutschfestigkeit achten. Diese erreicht man mit speziellen Antirutsch-Bodenfliesen oder mit eher kleinen Plättli, damit der Fugenanteil grösser ist.

Natürliche Materialien sind ein Interiortrend, der auch vor dem Badezimmer nicht haltmacht. Warme Farben und natürliche Oberflächen schaffen eine angenehme Atmosphäre und verleihen dem Badezimmer einen wohnlichen Charakter.

Natur im Trend

Natürliche Materialien sind ein Interiortrend, der auch vor dem Badezimmer nicht haltmacht. Warme Farben und natürliche Oberflächen schaffen eine angenehme Atmosphäre und verleihen dem Badezimmer einen wohnlichen Charakter. Holz für Möbel und Wandverkleidungen, Naturstein oder Travertin und Keramik: Am besten, man fertigt sich zuvor ein Moodboard an mit Farben und Materialien, die gefallen. So kann man sichergehen, dass das Endergebnis harmonisch stimmig ist. Wer es etwas ausgefallener mag, greift im Badezimmer auf Tapeten zurück. Diese gibts in absolut wasserfester Ausführung und eignen sich sogar für die Dusche. Ebenfalls schön und im angesagten Industrie-Chic sind Kalkputz oder wasserfeste Mikrozement-Oberflächen.

Weisse oder graue Plättli sind längst passé, die aktuellen Interiorfarben passen nämlich hervorragend in die Nasszone. Warme Farben wie Sand- oder Beigetöne, Cremeweiss, Taupe, Salbei, Terrakotta oder andere Erdfarben ergänzen besonders schön die Naturmaterialien im Badezimmer.

Smarte Technik erhöht den Komfort

Auch das Badezimmer wird zunehmend intelligenter. Spiegel mit Tageslichtfunktion oder integrierter Heizung gegen das Beschlagen sind echte Gamechanger im Bad. Äusserst praktisch sind zudem programmierbare Handtuchheizkörper, intelligente Lüftungssysteme mit Feuchtigkeitssensoren oder berührungslose Armaturen. Auch bereits eingebaute Lautsprecher sind ein nettes Habenwollen, wenn man beim Wellnessabend gerne seine Lieblingsmusik hört.

Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung

Eine nachhaltige Bauweise spielt auch bei der Badezimmerrenovation eine immer grössere Rolle. Wassersparende Armaturen, moderne WC-Spülsysteme und energieeffiziente Warmwasserlösungen reduzieren den Verbrauch deutlich. Viele setzen zudem auf recycelte Materialien. In Baumaterialbörsen findet man vieles, was ein zweites Leben verdient. Zudem lassen sich dort hübsche Einzelteile finden: Wer hat schon ein Lavabo aus einem ehemaligen Grandhotel? 

Deko für den letzten Schliff

Wer gerne dekoriert, darf sich im Badezimmer ruhig etwas austoben. Wichtig ist, dass man Farben nicht kunterbunt durcheinanderwürfelt, sondern in einer Farbfamilie bleibt. Das gilt auch für die Handtücher: Werden sie eine Nuance heller oder dunkler gewählt, wirkt das Badezimmer eleganter, als wenn man auf Kontraste setzt. Wer sich an den vielen verschiedenen Plastikflaschen von Shampoo, Conditioner oder Duschgel stört, füllt sie in schöne einheitliche Keramikflaschen, Kosmetik lässt sich hübsch in Holzschalen oder Körben verstauen. Und wer seine Handtücher gerollt anstatt gefaltet präsentiert, verleiht seinem Badezimmer einen Hauch edler Hotelatmosphäre. Natürlich dürfen Kerzen in diesem Raum nicht fehlen, Duftkerzen gehören einfach dazu. Hier aber unbedingt auf gute Qualität achten, die leider ihren Preis hat. Aber Billigduftkerzen sorgen definitiv nicht für ein Wohlfühlambiente, sondern vor allem für Kopfschmerzen. Pflanzen im Badezimmer sind der Geheimtipp schlechthin: Sie verleihen im Nu einen natürlichen Farbtupfer und sorgen für echtes Wellnessfeeling. Sie müssen nicht immer echt sein, inzwischen gibt es künstliche Pflanzen, die täuschend so wirken.

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