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18 Mai 2021

»Für mich war es immer schon wichtig, authentisch zu sein«.

Bereits mit 20 Jahren begann die gebürtige Bonnerin Britta Seeger ihre Karriere bei der damaligen Mercedes-Benz AG. Nach mehreren Managementpositionen im Vertrieb und Marketing steuerte die Diplom-Betriebswirtin ab 2013 das Korea-Geschäft von Daimler Trucks und Mercedes-Benz, ab 2015 dann die Türkei-Sparte von Mercedes-Benz. Im Jahr 2017 wurde Seeger Vorstandsmitglied der Daimler AG, heute ist sie Mitglied des Vorstands der Daimler AG und der Mercedes-Benz AG, verantwortlich für Vertrieb. Im Interview erzählt sie von der Vereinbarkeit von Beruf und Familie – und dem Glück, Ziele beherzt und authentisch anzugehen.

Frau Britta Seeger, um erfolgreich zu sein, empfehlen Sie jungen Menschen Authentizität. Ist es heute leichter, seine Persönlichkeit in ein Unternehmen wie Daimler einbringen zu können?

Ich denke ja. Das ist eine gesellschaftliche Entwicklung, die ich sehr befürworte und die wir bei Daimler auch sehr fördern. Für mich war es in meiner Berufslaufbahn immer schon wichtig, authentisch zu sein. Ich kann daher junge Menschen nur ermuntern, sich selbst treu zu bleiben und ihre Wünsche und Ziele immer klar zu benennen. Aus meiner Erfahrung setzt sich immer die Qualität der Mitarbeiter und weniger die Taktik oder Politik durch. Glauben Sie an sich!

Sie wurden dann Mutter von Drillingen. Hatten Sie damals, vor oder unmittelbar nach der Geburt Ihrer Kinder, das Gefühl: Das war es jetzt mit meiner Karriere?

Ehrliche Antwort: Ja. Aber als gemeinsames Team mit meinem Mann sowie der vollen Bereitschaft meines damaligen Chefs haben wir das zusammen gemeistert. War das immer leicht? Sicher nicht – aber ich bin sehr glücklich und dankbar, wie es gelaufen ist. 

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist also machbar?

Meine Devise lautet: Wo ein gemeinsamer Wille ist, ist auch ein Weg – vor allem als Familienteam. Ich kann junge Frauen und Männer nur ermuntern: Wenn ihr Familie und Beruf wollt, traut es euch zu! Es ist viel zu schade, wenn einer auf etwas so Wichtiges wie Familie oder Beruf komplett verzichten muss. Es lohnt sich!

Britta Seeger
Britta Seeger; Mitglied des Vorstands der Daimler AG und der Mercedes-Benz AG, verantwortlich für Vertrieb. // Britta Seeger; Member of the Board of Management of Daimler AG and Mercedes Benz AG responsible for Marketing and Sales.
Sie haben vom Produktmanagement bis zum Wettbewerbsmonitoring und der Geschäftsführung von Auslandsstandorten sehr viele Bereiche bei Daimler durchlaufen. Was war die größte Herausforderung?

Jede Aufgabe hat ihre eigenen Herausforderungen und jede neue Kultur ihre Besonderheiten mit sich gebracht. Aber jede dieser Stationen war extrem wertvoll und bereichernd – speziell für meine jetzige Position. Mit jeder neuen Perspektive gewinnt man an Erfahrung und Vertrauen in das, was man tut. Es ist daher heute wichtiger denn je, sich ständig weiterzuentwickeln – Stichwort »Lebenslanges Lernen«. Und gibt es etwas Schöneres als jeden Tag seinen Horizont zu erweitern und gemeinsam im Team etwas Neues zu lernen? Das ist mein Ansporn jeden Tag.

Sie formulieren Mobilität als ein Grundbedürfnis und sind selbst ein großer Cabrio-Fan. Ist die Verantwortung, ein Automobilunternehmen und eine Top-Marke wie Mercedes-Benz zu steuern, größer geworden – auch hinsichtlich neuer Forderungen nach Nachhaltigkeit, die von der jungen Generation an Autos und die Industrie gestellt werden?

Mobilität ist ein Grundbedürfnis, das stetig wächst. Und zwar über alle Altersgruppen und Kontinente hinweg. Aber unsere Kunden erwarten heutzutage zu Recht mehr als nur ein erstklassiges Auto. Sie erwarten eine Marke, die Haltung und Verantwortung übernimmt. Und hier spielt Nachhaltigkeit, aber auch Soziale Verantwortung, eine wichtige Rolle. Wir sind uns unserer Verantwortung sehr bewusst und gehen mit unserer Ambition 2039 deshalb den Weg zur CO2-neutralen Mobilität der Zukunft. Ich freue mich auf diese Zukunft!

Dinge und Werte, die uns im Privaten beschäftigen, strahlen zunehmend auch in den Arbeitsalltag. Sehen Sie das als neue Entwicklung oder haben Sie das schon früher so empfunden?

Für mich ganz persönlich sind Werte wie gegenseitiger Respekt, Offenheit, Vertrauen und Authentizität sowohl im privaten wie auch im beruflichen Alltag schon immer wichtige Ankerpunkte gewesen. Allerdings haben bestimmte Bedürfnisse wie Flexibilität und Individualität in den letzten Jahren und gerade in den vergangenen Monaten sicher nochmals an Bedeutung gewonnen. 

Das spiegelt sich zum Beispiel im digitalen und mobilen Arbeiten wider, und bringt neben neuen Herausforderungen sicher viele Vorteile für unsere Mitarbeiter mit sich. Aber eines können Sie mir glauben: Ich freue mich schon wieder riesig darauf, nach überstandener Pandemie unsere Mitarbeiter und Kunden wieder persönlich treffen zu können!

Interview Rüdiger Schmidt-Sodingen  Bilder Mercedes-Benz AG

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