Content Marketing

Wenn Instagram zur Content-Marketing-Plattform wird

22.03.2021
von Jenny Kostoglacis

Alleine trifft man heutzutage keine Kaufentscheidungen mehr. Viele vertrauen auf das Urteil von starken Online-Persönlichkeiten, auch bekannt als Influencer*innen. Nun erzählt eine Instagrammerin, was Content Marketing auf Instagram so besonders macht. 

Der Finger gleitet ganz unbewusst zur kleinen, aber kräftig lila leuchtenden App und schon taucht man in eine ganz andere Welt ein ­­– Instagram. Ein Yogi, der einen eindrücklichen Lotus-Kopfstand macht, Models, die lächelnd neben einer Palme in Mexiko posieren, Ahornsirup, der in Slow Motion genüsslich auf luftige Pancakes gegossen wird – diese App bietet eine breite Palette an Content an. Und das zieht ein immer grösseres Publikum an. Was 2010 als harmlose Foto-Plattform anfing, entwickelt sich zu einer wertvollen Gelegenheit, simple Posts in Content Marketing zu verwandeln. Und das zu Recht. Mehr als jeder fünfte Social-Media-Nutzer hat schon einmal ein Produkt gekauft, welches von Influencer*innen beworben wurde. Da überrascht es nicht, dass immer mehr Unternehmen eine Zusammenarbeit mit einflussreichen Content Creators anstreben. Man möchte natürlich die eigene Marke im Rampenlicht stehen lassen.

So sieht Nanda Weskott aus.
Nanda Weskott – Erfolgreiche Instagrammerin

Instagram als ideale Plattform für Content Marketing 

Die Vorteile, welche Content Marketing auf Instagram bietet, sind für Nanda Weskott, Instagramerin und Bloggerin, klar: die Zielgruppenorientiertheit. «Nehmen wir an, ein Werbeplakat wird aufgehängt. Man wird nie wirklich wissen, wer es sich ansieht. Natürlich kann man durch den Standort versuchen herauszufinden, wer die Leute sind, die in der Nähe wohnen oder daran vorbeifahren. Wirklich zielorientiert ist das aber nicht.» Sie führt aus, dass Instagram eine integrierte Statistikfunktion besitzt, die genaue Auskunft über die erreichten Accounts, neue Follower oder Content-Interaktionen gibt. Auf diese Weise erkennt man schnell, welche Inhalte besonders gut beim Publikum ankommen und kann sich dementsprechend anpassen. «Dazu kommt noch, dass eine einzelne Person alles zusammenbringt, wofür man bei einer Werbekampagne ein ganzes Team braucht», erläutert die 25-jährige Studentin.

«Influencer*innen verkörpern alles in einem: Werbung, Idee, Text, Bild und Inszenierung.»

Authentisch und unverfälscht

Oft bauen sich Instagram-Nutzer*innen ihr persönliches «Web of Trust» auf. Authentizität und Glaubwürdigkeit spielen dabei eine grosse Rolle. Wer keine Echtheit ausstrahlt, der begibt sich in die Gefahrenzone des schlechten Content Marketings. «Unglaubwürdige Blogger*innen können einer Marketingkampagne sogar schaden. Das heisst, Influencer*innen passen entweder nicht zur Marke oder man interpretiert viel zu viel in ein Produkt hinein. Vieles wirkt dann sehr gekünstelt, gerade wenn es um Vorgaben wie Hashtags oder Bildunterschriften geht», erklärt Weskott. Sie erinnert sich an eine Instagram-Kampagne eines Waschmittelherstellers, der wegen seiner übertriebenen und gekünstelten Inszenierung vor allem Spott und Hohn erntete.

Damit wird deutlich: Authentischer und unverfälschter Content bietet die Möglichkeit, die Followerschaft besser an sich zu binden und die Position eines vertrauenswürdigen Unternehmens zu etablieren. Demzufolge müsste Paid Content im Vergleich zu Organic Content weniger authentisch wirken. Nanda Weskott ist anderer Meinung: «Bei Paid Content achtet man bei der Inszenierung viel mehr darauf, wie ein Produkt dargestellt wird. Das heisst, man kreiert und produziert durchdachter. Beispielsweise benutzt man einen speziellen Winkel, damit das Logo eines Kleidungsstücks gut zu sehen ist. Ich würde aber nicht behaupten, dass Paid Content generell weniger authentisch ist. Denn Authentizität bedeutet für mich, dass Influencer schon vorher mit der Marke vertraut waren. Eine ehrliche Kooperation kommt zustande, wenn der Influencer die Marke selbst anschreibt oder umgekehrt. Dabei steht im Zentrum, dass Produkte lange getestet wurden und der Content Creator voll und ganz hinter der Marke steht.»

Ist eine Content-Strategie unabdingbar? 

Die Instagrammerin verfolgt keine konkrete Content-Marketing-Strategie. «Ich überlege mir natürlich beim Produzieren, wie ich einen Mehrwert schaffen kann. Mir ist wichtig, dass meine Followers auch mit mir interagieren können. Am einfachsten geht das, wenn man sich echt zeigt und Inhalte produziert, die sowohl interessant als auch emotional bindend sind.» Dies macht die Bloggerin, indem sie auch normale Szenen aus ihrem Alltag zeigt und ihre privaten Gedanken zu verschiedensten Themen mit ihren Followern teilt.

«Es kommt gut an, wenn man realitätsnah dokumentiert.»

Dabei macht die Instagrammerin mehr als nur Bilder hochzuladen. Instagram bietet viele Features wie Stories, Highlights, Reels, IGTV und Guides. Diese machen die «User Experience» vielfältiger und tragen zu einem kreativeren Umfeld für Content Marketing bei. «Die Idee von Instagram, damals als Antwort zu Snapchat Instagram-Stories zu entwickeln, war ein kluger Schachzug. Aber auch die Highlight-Funktion finde ich grossartig.» Highlights ist ein wertvolles Tool, welches gerade Content Marketing erleichtert. Die Inhalte präsentieren sich in einer bestimmten Reihenfolge. Somit entscheidet man aktiv, was die Nutzer*innen, als Erstes sehen. Auch das Aufteilen verschiedener Themen in zahlreichen Highlight-Ordnern ist für User*innen, die nach spezifischeren Informationen suchen, ideal.

Somit wird klar: Instagram ist eine vorteilhafte Plattform. Wer dort Content Marketing betreibt, muss sich bewusst sein, dass die Reichweite und Sichtbarkeit von Marken durch geschicktes, aber vor allem durch ehrliches Content Marketing erhöht werden kann.

Weiterführende Informationen über Instagram und Content Marketing? Hier geht’s weiter!

Text Evgenia Kostoglacis

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