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8 Dezember 2019

GaultMillau: Luxus und noch viel mehr!.

Urs Heller, Chefredaktor GaultMillau Schweiz
©Thomas Buchwalder

30 Jahre lang war der GaultMillau Schweiz «nur» ein Buch, ein verlässlicher Restaurantführer für ein paar «happy few», die sich in der Schweiz für besonders gutes Essen interessierten. Profil der Leser: eher männlich, eher älter, eher wohlhabend. Heute ist der GaultMillau ein kleines Gourmet-Universum, mit einem Buch, das den kulinarischen Massstab setzt im Land. Mit einem aufregenden Channel, der täglich mehr User begeistert. Mit dem trendigen Blog «Züri isst» von Pascal Grob. Und mit Events, die heisst begehrt sind: die «GaultMillau Garden Party», die jeden Sommer im Grand Resort Bad Ragaz stattfindet, ist jeweils innert weniger Minuten ausgebucht. Das Profil der Leser hat sich verändert: deutlich weiblicher, deutlich jünger. Und ganz bestimmt nicht mehr elitär: Noch nie haben sich so viele Leute für exzellentes Essen interessiert wie heute. Gut für die Köche. Gut für den GaultMillau.

Natürlich ist der GaultMillau Schweiz luxuriös: weil viele der allerbesten Köche in den allerbesten Hotels arbeiten. Ein Chef der Extraklasse ist die beste Visitenkarte für ein Hotel; nur Betten vermieten ist heute in der Fünfsterne-Liga kein Businessmodell mehr. Das zeigt sich deutlich bei den Swiss Deluxe Hotels: Jedes dieser Häuser punktet auch im GaultMillau, zwei davon in der Champions League: Peter Knogl (19 Punkte, drei Sterne) hat das wunderschöne Hotel «Les Trois Rois» in Basel auf der europäischen Karte positioniert. Heiko Nieder (19, Punkte, zwei Sterne) ist seit der Wiedereröffnung der beste Botschafter des «Dolder Grand» in Zürich. Der dritte Deutschschweizer 19-Punktechef, Andreas Caminada, kocht zwar nicht in einem Palace-Hotel, aber immerhin auf einem Schloss: «Schauenstein» in Fürstenau GR.

Dass die Luxushotellerie nicht ohne luxuriöse Spitzenrestaurants auskommt, zeigt sich am deutlichsten in St. Moritz. «Top of the world» bedeutet hier Top-Köche aus der ganzen Welt!

Im «Badrutt’s Palace» haben Stars wie Andreas Caminada, Nobuyuki «Nobu» Matsuhisa und Jason Atherton ihre «Filialen». Im «Kulm» kocht Deutschlands Superstar Tim Raue. Auch das «Carlton» hat zwei heisse Ragazzi auf der Lohnliste: Die beiden Brüder und Dreisterne-Köche Chicco und Bobo Cerea aus Bergamo.

Der GaultMillau Schweiz kennt sich aus in der Luxusgastronomie. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Unsere 45 Testerinnen und Tester sind nicht nur in den Top-Hotels unterwegs. Sie scouten mit mindestens gleich grosser Leidenschaft nach den schönsten Landgasthöfen, Brasserien, Bars und Beizen. Für die Hotspots der urbanen Szene haben wir eine eigene Kategorie geschaffen: GaultMillau POP. «GaultMillau POP» wird, wer ein besonderes Konzept mit besonders viel Leidenschaft umsetzt und auch in entspannter Atmosphäre eine hohe Qualität garantiert. Punkte gibt’s dafür nicht, wohl aber einen Eintrag in die angesagte Lifestyle-Liste. Ein «POP des Jahres» haben wir bereits ausgezeichnet. Die «Metzg» von Marlene Halter. Schweinebauch, Rinderhaxen und Fleischkäse-Sandwiches an der Zürcher Langstrasse.

Der GaultMillau will auch «Skihütten-Führer» sein. Zum Beispiel in Zermatt: Nirgends in den Alpen ist die Pisten-Gastronomie so grossartig wie rund ums Matterhorn. Der GaultMillau empfiehlt den Weiler Findeln: Ravioli und Coq au vin bei Gaston Zeiter im «Paradies». Hackbraten, «Vrony Burger» und Short Rib «Chez Vrony». Tatar, Sashimi und Wolfsbarsch im «Findlerhof bei Franz und Heidi». «Hüeru Güet», sagen die Walliser, wenn sie auf Findeln essen.

Dem hat der GaultMillau nichts beizufügen. 

Text: Urs Heller, Chefredaktor GaultMillau Schweiz

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