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Corporate Social Responsibility

Den Durchblick behalten im Labeldschungel

17.12.2021
von SMA

Mit erhöhten ökologischen und sozialen Erwartungen seitens der Verbraucher:innen steigt auch das Bedürfnis von Organisationen, die Eigenschaften und Herstellungsprozesse entlang der gesamten Lieferkette ihrer Produkte und Dienstleistungen transparent und übersichtlich zu kommunizieren. Seither ist ein regelrechter Dschungel an Labels gewachsen, der es den Kaufenden nicht gerade einfacher macht, sich für nachhaltige Produkte zu entscheiden. «Fokus» weiss, wie es gelingt.

Überall stösst man auf Deklarationen oder Labels. Da den Überblick zu behalten und gute von weniger guten Abzeichen zu unterscheiden, fällt selbst Spezialist:innen schwer. Doch um einen Anfang zu machen: Deklarationen adressieren meist nur wenige, spezifische Aspekte wie beispielsweise die staatliche Energieetikette, welche Auskunft über die Energieeffizienz und den -verbrauch eines Gerätes oder Fahrzeuges gibt. «Labels müssen hingegen eine ganze Palette von Kriterien in unterschiedlichen Bereichen erfüllen», weiss Patricia Letemplé vom Praktischen Umweltschutz (Pusch).

Glaubwürdigkeit durch Zertifizierung

Die Verwendung von Labels basiert stets auf einer freiwilligen Grundlage und wird vor allem von privaten Anbietern eingesetzt. «Unternehmen lassen sich auf die Richtlinien ein, da die Verwendung eines Labels neben marketingstrategischen Aspekten auch Optimierungen von Prozessen, eine Risikominimierung und eine Verbesserung des Marktzuganges mit sich bringen kann. Aufseiten der Kundschaft helfen Labels bei der Kaufentscheidung, da sie «als Garantie für die Einhaltung von Richtlinien verstanden werden», erklärt Letemplé.

Diese Garantie – dass eingehalten wird, was draufsteht – ist aber nicht immer gegeben. Labels können nach dem Kriterienkatalog, den sie anwenden, sowie anhand des Zertifizierungsprozesses auch von den Durchschnittsverbrauchenden bewertet werden. Pusch bietet hier Orientierung und Hilfe: Die Stiftung betreibt die Website labelinfo.ch, auf der etliche Labels und ihre Richtlinien vorgestellt sowie anhand ihrer Glaubwürdigkeit bewertet werden. Mit diesen Hintergrundinformationen wird der Urwald an Labels etwas lichter und Kaufentscheidungen fallen einem einfacher.

«Fokus» stellt drei Labels vor:

Finanzen: FNG-Siegel und Transparenzkodex

FNG-SiegelIm Gegensatz zu anderen Branchen existieren in der Finanzbranche kaum Labels, da die Fonds seit jeher durch die eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma zugelassen werden müssen und damit die rechtlichen Rahmenbedingungen gegeben sind. Mit dem Aufkommen von nachhaltigen Anlagefonds steigt aber auch hier das Bedürfnis nach Orientierung oder Labels, die Orientierungshilfe bieten. Deshalb hat das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) in Zusammenarbeit mit dem europäischen Dachverband Eurosif das FNG-Siegel entwickelt. Dieser Qualitätsstandard stellt bestimmte Mindestanforderungen an nachhaltige Fonds und wird in verschiedenen Levels erteilt. Bedingung, um einen Fonds mit dem FNG-Siegel zertifizieren zu lassen, ist ausserdem das Unterzeichnen des europäischen Transparenzkodexes. Dadurch wird sichergestellt, dass die jeweilige Anlagestrategie transparent kommuniziert wird.

Weitere Informationen:
FNG-Siegel: www.fng-siegel.org
Europäischer Transparenzkodex

Bau und Wohnen: Kreislaufwirtschaft

transparentDas Label des «Cradle to Cradle Products Innovation Institute» kennzeichnet umweltgerechte und kreislauffähige Materialien und Produkte aller Art: von Baumaterialien, Möbeln und Teppichen über Kosmetik, Haushaltsgeräte, Strom und vielem mehr. In Bezug auf die Glaubwürdigkeit wird das Label von Pusch mit der vollen Punktzahl sowohl in Transparenz, Kontrolle als auch Zertifizierung bewertet. «Voraussetzung für eine Zertifizierung ist eine transparente Darstellung aller Produktinhaltsstoffen sowie des Produktionsprozesses», so Pusch.

Weitere Informationen:
Cradle to Cradle Products Innovation Institute: www.c2ccertified.org
Auf Labelinfo.ch: Cradle to Cradle

Unternehmen: Reduktion der Emissionen

myclimateDas myclimate-Label der gleichnamigen Stiftung zeichnet Aktivitäten aus, für welche die Treibhausgasemissionen in myclimate-Klimaschutzprojekten ausgeglichen werden. Neben gesamten Unternehmen können auch Teilbereiche eines Unternehmens, Produkte oder Veranstaltungen das Label erhalten. Zentral ist der Aspekt, dass Emissionen, die innerhalb einer Organisation, entlang des Lebenszyklus eines Produktes oder bei einer Dienstleistung anfallen, erfasst und wenn möglich reduziert werden. Alle nicht vermeidbaren Emissionen werden mittels Kompensationszahlungen an Klimaschutzprojekte von myclimate kompensiert, die den Nachhaltigkeitskriterien von anderen Labels, so zum Beispiel dem Gold Standard, genügen müssen. Auch dieses Label wird von Pusch als sehr gut bewertet.

Weitere Informationen:
Stiftung myclimate: www.myclimate.org
Auf Labelinfo.ch: myclimate

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