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Deutschland Energie

Zuverlässige Energiesysteme statt glitzernder Zukunfts­versprechen: Was der Mittelstand heute braucht

16.07.2026
von Pia Soldan

Visionen, Pilotprojekte und Zukunftstechnologien drängen die Gegenwart in den Hintergrund. Gerade für mittelständische Unternehmen geht es im Alltag aber um zuverlässige Energieversorgung zu bezahlbaren Preisen. Die hierfür notwendigen Technologien gibt es bereits – nun gilt es, sie für den Mittelstand flächendeckend nutzbar zu machen.

Eine PV-Anlage auf die Werkstatt zu setzen, ist ein erster Schritt. Mithilfe von Solarenergie können KMU ihre Energiekosten tagsüber drastisch reduzieren. Wer allerdings am Abend oder in der Nacht produziert, muss ohne Gegenmaßnahmen teuren Netzstrom einkaufen und schwankende Preise in Kauf nehmen. Unternehmen aber, die zusätzlich in Energiespeicher investieren, nutzen die Lastverschiebung, um ihren günstigen Solarstrom rund um die Uhr zu nutzen und die Stromrechnungen klein zu halten.

Der Einsatz von Speichersystemen geht heute jedoch weit darüber hinaus, sich lediglich über die Dunkelflaute zu retten. Vielmehr werden Speicher zu elementaren Komponenten einer Gesamtinfrastruktur im Unternehmen und stellen im besten Fall langfristige Investitionen dar. 

Welcher Energiespeicher ist der richtige?

In die Entscheidung, welche Art von Speicher im eigenen Unternehmen zum Tragen kommen sollte, sollten gerade KMU neben den Anschaffungskosten auch die Lebensdauer und die Zuverlässigkeit einer Technologie einfließen lassen. Auf diese Weise sparen sie erneute Kosten beim Ausfall des Speichers.

Konventionelle Lithium-Ionen-Speicher beispielsweise altern mit jeder Ladung und kommen so über ihre gesamte Lebensdauer auf rund 10 000 Ladezyklen. Demgegenüber stehen rund 50 000 Ladezyklen bei einem physikalischen Speicher, der Energie als getrennte Ladungen für die zukünftige Nutzung zur Verfügung stellt. Auch für Produktionsprozesse, die mit großer Hitze arbeiten, eignet sich diese Art von Speichern, reagieren chemische Batterien doch empfindlich auf hohe Temperaturen und bergen Brandgefahr.

Um sich wirtschaftlich und technologisch zukunftsfähig aufzustellen, müssen KMU nicht sehnsüchtig in die Zukunft blicken.

Speicher als multiple Infrastrukturen 

Gerade für KMU, die Investitionen sehr genau kalkulieren müssen, weil nur bedingte Spielräume zur Verfügung stehen, ist Zuverlässigkeit in den Speichersystemen ein unverzichtbares Gut. Kann eine Produktion nicht in die Mittagszeit gelegt werden oder ist der Himmel bedeckt, braucht es eine andere Strategie, um Lastspitzen, die durch energieintensive Maschinen erzeugt werden, zu kappen. Über ein intelligentes Energiemanagementsystem kann in entsprechenden Momenten der Speicher »angezapft« werden. Auf diese Weise vermeiden Unternehmen, dass sich ihre Netzentgelte an den Lastspitzen orientieren, die nicht unmittelbar mit eigenem Solarstrom gedeckt werden können. Gleichzeitig tragen Energiespeicher zur Netzstabilität bei, indem sie große Energiemengen zur späteren Verfügung speichern, statt sie ins Netz einzuspeisen und dieses potenziell zu überlasten. 

Wie die Produktion von den Netzen unabhängig wird

Sollte es doch einmal zu Netzausfällen kommen, sorgen Speicher für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) und können im Falle eines Falles Notstrom liefern. Abhängigkeiten vom Netz lockern sich. 

Das gilt umso mehr, je länger die überschüssige erneuerbare Energie aus eigener Erzeugung gespeichert werden kann. KMU, die ihre maschinelle Produktion nicht unterbrechen können, profitieren daher besonders von Supercaps, die sich lediglich zu rund zwei Prozent monatlich entladen und sich daher als Langzeitenergiespeicher eignen. Indem sie so die Produktion aufrechterhalten, sorgen sie einerseits für gleichbleibende Umsätze und stellen andererseits über den Amortisationszeitpunkt hinaus funktionsfähige Lösungen dar. 

Wirtschaftlich und zukunftsfähig

Auch für Zeiten, in denen weder Wind- noch Solarenergie produziert werden, können KMU mithilfe eines zuverlässigen Speichersystems die erneuerbaren Energien in ihre Prozesse integrieren, ohne ihre Produktion zu gefährden. Gleichzeitig sparen sie während Dunkelflauten hohe Energiekosten, insbesondere, wenn sie fossil betriebene Maschinen ersetzen und ihre Prozesse elektrifizieren.

Um sich wirtschaftlich und technologisch zukunftsfähig aufzustellen, müssen KMU nicht sehnsüchtig in die Zukunft blicken. Vielmehr gilt es, bestehende Möglichkeiten für sich nutzbar zu machen. Mit einer guten Auswahl der passenden Lösungen können mittelständische Unternehmen sich mit heutigen Investitionen über mehrere Jahrzehnte hinweg wirtschaftlich absichern. Denn wer heute in langlebige, temperaturunabhängige und nicht brennbare Speichersysteme investiert, betreibt kein riskantes Zukunftsexperiment.

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