Als Pächter eines Solarparkteils können praktisch alle von der Energiewende profitieren – ohne eigenes Dach oder Balkonkraftwerk. Michael Schmitz, Geschäftsführer von RemoteSolar, über die Demokratisierung der Sonnennutzung.

Michael Schmitz
Geschäftsführer
Herr Schmitz, wie komme ich ohne eigene Anlage am Haus an Solarstrom?
Ganz einfach: Sie pachten bei uns einen Teil eines Freiflächen-Solarparks – Ihre persönliche Anlage aus typischerweise 6 bis 80 Solarpaneelen samt zugeteiltem Batteriespeicher. Damit werden Sie selbst zum Stromerzeuger, ganz ohne eigenes Dach, ohne Balkonkraftwerk und ohne große Anfangsinvestition. Dahinter stehen zwei Verträge. Der erste ist ein Mietvertrag über die für Sie konfigurierte Anlage – die Miete beginnt bei 9,95 Euro je kWp inklusive Mehrwertsteuer. Der zweite ist ein Stromvertrag: Sobald Ihre Anlage steht, rufen Sie den dort erzeugten Strom für einen Cent pro Kilowattstunde ab, zuzüglich der gesetzlichen Netzentgelte und Gebühren. Der Strom kommt physikalisch wie gewohnt aus Ihrer Steckdose; bilanziell stammt er aus Ihrer Anlage im Park. Mitmachen kann praktisch jeder mit Wohnsitz in Deutschland – Mietende wie Eigentümerschaften, Wohnung wie Einfamilienhaus oder Geschäft. Voraussetzung ist nur ein digitaler Zähler, ein Smart Meter, den kann ein Kooperationspartner von uns zügig einbauen. Durch die stabile Pachthöhe haben Kunden einen planbaren Strompreis für die nächsten 20 Jahre.
Ist die Versorgungssicherheit höher als mit einer Anlage am Haus?
Ja und nein. Eine eigene Anlage hat viele Vorteile, aber ist durch die Ausrichtung, die Größe und den Standort begrenzt. Die von uns gepachteten Solarparks stehen auf der Freifläche, dort können wir sie optimal aufstellen. Der entscheidende Unterschied ist aber: Sie hängen nicht an einer einzigen Anlage. Über unsere RemoteCloud sind Sie Teil eines großen Verbunds. Erzeugen Sie zu wenig, erhalten Sie aus Ihrem Freundeskreis (bevorzugt) oder aus der Cloud mehr Solarstrom. Wartung, Reparatur und Versicherung der Anlage übernehmen wir. Und Sie sind nicht an einen Ort gebunden: Ziehen Sie um, zieht Ihre Versorgung mit; auch mehrere Haushalte lassen sich ohne Aufpreis abbilden. Bei einer richtig dimensionierten Anlage decken Sie so über 95 Prozent Ihres Bedarfs über RemoteSolar ab.
Der nächste Schritt ist Energy-Sharing, auch Nachbarschaftsstrom genannt. Wie funktioniert das?
Relativ einfach: Ein Nachbar stellt seine Solaranlage auf unsere Plattform und bietet Zugriff an. Ein anderer Nachbar möchte den Strom haben, wenn etwas verfügbar ist, und für einen akzeptablen Preis (das muss der Anbieter festlegen, kann auch null Euro sein). Unsere Plattform bietet die rechtlich nötigen Dokumente zur Unterschrift an, beide unterzeichnen, Strom kann geliefert werden. Aktuell ist das möglich, wenn beide Parteien einen Smart Meter haben und bei uns Kundin oder Kunde sind. Nur dann haben wir alle relevanten Daten – den erzeugten Anlagenstrom, den verbrauchten Anbieterstrom und mathematisch den Überschuss. Dieser kann dann dem Käufer zugewiesen und abgerechnet werden. Ich glaube, das kann aktuell kaum ein anderer Energieanbieter abwickeln.
Weitere Informationen unter:
remotesolar.de

Schreibe einen Kommentar