frauengesheit ist teamsache.
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»Das Team ist die Basis unseres Erfolgs«

20.08.2026
von SMA

Seit 125 Jahren entwickelt das ungarische Pharmaunternehmen Gedeon Richter Arzneimittel, seit 15 Jahren ist es auch in Deutschland mit eigenem Vertrieb präsent. Wie sich diese langjährige Erfahrung in der Frauengesundheit für die Versorgung von morgen nutzen lässt, erklären Tamás Neubauer, Managing Director der Gedeon Richter Pharma GmbH, und Dr. med. Birte Eberhardt, Head of Communication & PR.

Gedeon Richter

Herr Neubauer, Gedeon Richter feiert in diesem Jahr gleich mehrere Jubiläen. Was hält ein Pharmaunternehmen über so lange Zeit innovationsfähig?

Neubauer: Vor allem die Motivation und Begeisterung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind bereit, neue Wege zu gehen und das Unternehmen immer wieder weiterzuentwickeln. Dafür braucht es langfristiges Denken und eine gut gefüllte Entwicklungspipeline. Ebenso wichtig ist eine starke eigene Produktion. Wir konzentrieren uns auf klar definierte Therapiegebiete und investieren kontinuierlich in Forschung. Dabei arbeiten wir auch eng mit Partnern zusammen. Unser Ziel ist es, auch künftig innovative Therapien anzubieten, die bezahlbar bleiben.

Gynäkologie, Fertilität und Biotechnologie prägen heute Ihr Geschäft. Wofür möchte Gedeon Richter besonders wahrgenommen werden?

Neubauer: Im Zentrum steht für uns die Frauengesundheit. Diese Tradition reicht bis in die Gründungszeit zurück. Bereits 1966 brachten wir ein orales Kontrazeptivum in Ungarn auf den Markt. Seither haben wir unser Angebot deutlich erweitert und beschäftigen uns heute unter anderem mit Endometriose, Myomen, Kinderwunsch und den Wechseljahren. Die Biotechnologie ist ein jüngerer Unternehmensbereich. Dort konzentrieren wir uns auf Osteoporose sowie auf Erkrankungen aus der Rheumatologie und Immunologie. Wir möchten in den Bereichen, in denen wir uns engagieren, als Experten und verlässlicher Partner wahrgenommen werden.

Sie begleiten Frauen über einen langen Lebensabschnitt hinweg. Wie gelingt das?

Neubauer: Das ist im Grunde unsere DNA. Wir beschäftigen uns seit vielen Jahren intensiv mit Frauengesundheit und beziehen neue wissenschaftliche Erkenntnisse fortlaufend in unsere Arbeit ein. So können wir Frauen in jeder Lebensphase begleiten und auf die jeweiligen gesundheitlichen Herausforderungen eingehen. Unser Fokus liegt nicht auf einzelnen Produkten, sondern auf einem ganzheitlichen Verständnis der Frauengesundheit.

Wo sehen Sie beim Thema Frauengesundheit noch Handlungs- oder Informationsbedarf?

Neubauer: Fachlich brauchen wir bei Erkrankungen wie dem hormonell bedingten PCO-Syndrom oder Endometriose weitere Forschung und neue Produkte. Genauso wichtig sind verlässliche Information und Aufklärung – gerade heute, da sich unbelegte Behauptungen schnell verbreiten. Uns ist wichtig, dass Patientinnen und medizinische Fachkräfte den aktuellen wissenschaftlichen Stand kennen und auf dieser Basis fundierte Entscheidungen treffen können.

Eine aktuelle Studie Ihres Headquarters zeigt, dass es hier weiterhin viele Tabus gibt. Was haben Sie herausgefunden?

Eberhardt: Für die Befragung wurden 12.000 Frauen in sechs westeuropäischen Ländern befragt, darunter auch Frauen aus Deutschland. Die Ergebnisse zeigen, wie viele Tabuthemen es noch gibt, manche Probleme sprechen Frauen nicht einmal mit ihrer Gynäkologin oder ihrem Gynäkologen an. Auch Mythen halten sich hartnäckig, etwa dazu, wie wenig fit und vital Frauen nach den Wechseljahren noch sind. Hier muss noch viel passieren – nicht nur von uns, sondern gesamtgesellschaftlich.

Deshalb setzen Sie auch bei Gynäkologinnen und Gynäkologen an, etwa mit dem Fortbildungsangebot auf Ihrem Fachportal dem Campus Frauengesundheit. Warum ist Ihnen Wissensvermittlung so wichtig?

Eberhardt: Eine gute Versorgung hängt wesentlich davon ab, wie aktuell das Wissen der Ärztinnen und Ärzte ist. Deshalb sollte Fortbildung flexibel und jederzeit verfügbar sein. Das ist gerade in der Gynäkologie wichtig, wo viele Ärztinnen in Teilzeit arbeiten. Wir greifen außerdem Themen auf, die in Studium und Facharztausbildung oft zu kurz kommen, in der Praxis aber eine große Rolle spielen. Dazu zählen etwa Wechseljahre, Verhütung und die Kommunikation mit Patientinnen.

Mit Ihrer Website www.mädchensprechstun.de und als Goldpartner der Initiative Gesunde Bildung unterstützen Sie die gesundheitliche Aufklärung junger Menschen. Welche Bedeutung hat es, damit möglichst früh zu beginnen?

Eberhardt: Gesundheitliche Bildung schafft eine wichtige Grundlage für das gesamte Leben. Ärztinnen der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung, kurz ÄGGF, besuchen Schulklassen und sprechen dort altersgerecht über Gesundheit, den eigenen Körper und Prävention. Sie verstehen sich dabei als »Ärztinnen zum Anfassen«. Diese wichtige Arbeit unterstützen wir schon seit vielen Jahren. Ergänzend bieten wir eine evidenzbasierte Website für Mädchen an. So können sich junge Patientinnen verlässlich informieren und später in der Praxis gezielter nachfragen. Das erleichtert gemeinsame Therapieentscheidungen und kann helfen, Informationen aus den sozialen Medien besser einzuordnen.

Ein weiteres Zukunftsthema ist Kranus Mictera, eine verschreibungsfähige digitale Gesundheitsanwendung für Frauen mit Harninkontinenz. Welche Lücke kann sie in der bisherigen Versorgung schließen?

Neubauer: Für uns als klassischen Arzneimittelhersteller ist das ein neuer Ansatz. Kranus Mictera übersetzt die leitlinienempfohlene First-Line-Therapie bei Harninkontinenz in den Alltag der Patientinnen. Durch digitale Begleitung, Motivation und Education fördert die DiGA die Adhärenz und unterstützt gleichzeitig Ärztinnen und Ärzte durch Transparenz über den Therapieverlauf. Kranus Mictera macht Beckenbodentraining alltagstauglich und damit wirksam.

Sie investieren zudem in Biosimilars und europäische Produktion. Warum ist Ihnen das gerade jetzt so wichtig?

Neubauer: Biosimilars sind mit ihren Referenzprodukten medizinisch vergleichbar, können aber die Kosten deutlich senken. Dadurch werden moderne Therapien für mehr Menschen zugänglich. Gleichzeitig zeigen politische und wirtschaftliche Spannungen, wie riskant globale Abhängigkeiten für die Versorgung sein können. Gibt es weltweit nur wenige Quellen für einen Wirkstoff, kann schon ein Ausfall die Lieferfähigkeit gefährden. Deshalb setzen wir auf kurze Wertschöpfungsketten und produzieren möglichst viel in Europa. Das sollte stärker honoriert werden als bisher.

Gedeon Richter unterstützt zahlreiche gesellschaftliche Projekte. Warum gehört dieses Engagement für Sie zum unternehmerischen Selbstverständnis?

Eberhardt: Wir möchten nicht nur Medikamente anbieten, sondern auch über unser Kerngeschäft hinaus etwas bewirken. Dabei setzen wir auf langfristiges Engagement. Besonders am Herzen liegen uns Projekte, die Frauen stärken. Ein Beispiel ist das House of Hope in Mali, das Frauen vor Ort unterstützt und ihnen neue Perspektiven eröffnet. In Deutschland fördern wir unter anderem die Initiative Gesunde Bildung. Darüber hinaus unterstützen wir Save the Children und regionale Frauenprojekte. Das ist eine Verantwortung, die uns wichtig ist.

Logo Gedeon Richter

Weitere Informationen unter:
gedeonrichter.com/de

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