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TPE – wenn der Patient zum Akteur wird

18.12.2020
von Andrea Tarantini

Was steckt hinter therapteutischer Patientenschulung? Es geht darum, einer Person zu helfen, sich Wissen und Fähigkeiten anzueignen, die es ihr ermöglichen, ihre Krankheit im Alltag besser zu bewältigen. Die Einhaltung der verordneten Behandlungen wird erhöht, die Kosten für Patienten und Gesellschaft andererseits gesenkt.

«Gib einem Menschen einen Fisch, und du ernährst ihn einen Tag, lehre ihn das Fischen, und du ernährst ihn ein Leben lang», sagte einst der chinesische Weise Lao Tzu. Übertragen auf die therapeutische Patientenschulung (therapeutic patient education; TPE) könnte man dieses Zitat wie folgt ummünzen: Pflege einen kranken Menschen und er wird am nächsten Tag wiederkommen; lehre ihn, seine Krankheit zu verstehen, er wird sich sein Leben lang selbst um sich kümmern können. Denn darum geht es bei TPE: Das Wissen und die Fähigkeiten der Patienten zu erhöhen, um dadurch besser mit der Krankheit leben und Komplikationen vermeiden zu können. «Das Ziel von TPE ist es, die Lebensqualität der Menschen und ihres Umfelds zu verbessern», sagt dazu Marie-Madeleine Leurquin, Projektbeauftragte des Patientenbildungszentrums.

Die Ursprünge von TPE

TPE ist in den 1970er Jahren entstanden. Nichtsdestotrotz begann der Ansatz erst 1998, nach seiner Anerkennung durch die Weltgesundheitsorganisation, an Bekanntheit zu gewinnen. Denn zu dieser Zeit waren rund 80 Prozent der Krankheiten chronischer Natur und eine Vielzahl der Patienten nahmen ihre Behandlungen nicht richtig an.

Definiert als ein kontinuierlicher Prozess des Lernens und der psychosozialen Unterstützung, muss TPE durch strukturierte Informations- und Bildungsprogramme gefördert werden. Diese bedingen eine ständige Anpassung an die Entwicklung der Krankheit, den Umgang des Patienten mit der Krankheit und seine Bedürfnisse.

Wie kann man TPE fördern?

«Die Art und Weise, wie diese Programme in den verschiedenen Ländern von den Regierungen betrieben werden, führten zu differenzierten Entwicklungen im TPE», merkt Marie-Madeleine Leurquin an.

Die medizinische Welt ist von den Vorzügen des TPE-Ansatzes überzeugt. In der Praxis ist er jedoch noch zu wenig verbreitet. Ausserdem erfordert die Schulung eines Patienten besondere Fähigkeiten, die sich das Gesundheitspersonal selbst aneignen muss. In diesem Zusammenhang stellt Marie-Madeleine Leurquin fest: «Pädagogische Fähigkeiten sind nicht angeboren. Um TPE zu fördern, sollte man deshalb mehr in die Ausbildung von Betreuern, die Grundausbildung und die Weiterbildung investieren».

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Text Andrea Tarantini
Übersetzung aus dem Französischen SMA

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