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»Der Austausch über Energiethemen und -möglichkeiten ist wichtiger denn je«

16.07.2026
von Rüdiger Schmidt-Sodingen

Drei Fragen an Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU). 

Ingbert Liebing
Hauptgeschäftsführer VKU

Ingbert Liebing, CDU, war von 2005 bis 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages. Im April 2020 wurde der gebürtige Flensburger zum Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen ernannt. Der VKU ist der ideelle Träger der HeatExpo, die 2023 als »Leitmesse für die Wärme- und Kälteversorgung der Zukunft« ins Leben gerufen wurde. 

Herr Liebing, welche Rolle spielt die HeatExpo, um die verschiedenen Akteure der Wärmewende zusammenzubringen?

Die HeatExpo schließt eine wichtige Lücke. Wärme- und Kälteversorgung sind zentrale Zukunftsfragen, aber ihre Umsetzung entscheidet sich nicht abstrakt, sondern vor Ort: in Kommunen, bei Stadtwerken, in Quartieren, in Netzen und in konkreten Investitionsentscheidungen. Genau dafür braucht es eine Plattform, auf der Praxis, Technologie, Politik und Regulierung zusammenkommen.

Der VKU begleitet die HeatExpo als ideeller Träger von Beginn an, weil sie die kommunale Perspektive mit den Lösungen der Branche verbindet. Hier wird sichtbar, was technisch möglich ist und was es braucht, damit daraus bezahlbare, akzeptierte und umsetzbare Projekte werden. Gerade in einem unsicheren Umfeld ist dieser Austausch wichtiger denn je.

Die Transformation der Energieversorgung gelingt nur, wenn Kommunen, kommunale Unternehmen, Industrie und Politik frühzeitig zusammenarbeiten.– Ingbert Liebing,
Hauptgeschäftsführer VKU

Die Energieversorgung der Zukunft wird zunehmend dezentral sein. Wo liegen hier die Herausforderungen für die kommunalen Versorgungsunternehmen?

Kommunale Unternehmen müssen Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz gleichzeitig im Blick behalten. Das ist eine enorme Aufgabe, weil Erzeugung, Netze, Speicher, Digitalisierung und Kundenbedürfnisse künftig noch stärker zusammenspielen müssen. Dezentrale Energieversorgung bedeutet nicht weniger Komplexität, sondern mehr Koordination.

Stadtwerke investieren heute in Infrastrukturen, die über Jahrzehnte tragen müssen. Dafür brauchen sie verlässliche Rahmenbedingungen und eine Regulierung, die Investitionen ermöglicht. Entscheidend ist außerdem, dass die Lösungen zur jeweiligen Situation vor Ort passen. Eine dicht bebaute Innenstadt, ein ländlicher Raum und ein Industriestandort haben sehr unterschiedliche Anforderungen. Kommunale Unternehmen kennen diese Realität und sind deshalb zentrale Akteure bei der praktischen Umsetzung.

Wie sehr können oder müssen Unternehmen und Kommunen gemeinsam Lösungen zu einer breiten Versorgungssicherheit und regulatorischen Anforderungen erarbeiten?

Diese Zusammenarbeit ist unverzichtbar. Die Transformation der Energieversorgung gelingt nur, wenn Kommunen, kommunale Unternehmen, Industrie und Politik frühzeitig zusammenarbeiten. Kommunen schaffen Orientierung vor Ort, Stadtwerke bringen technische und operative Erfahrung ein, Unternehmen kennen ihre Energiebedarfe und Investitionszyklen. Daraus müssen tragfähige Lösungen entstehen.

Gleichzeitig darf Regulierung nicht zum Bremsklotz werden. Sie muss Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz zusammenführen und den Akteuren vor Ort ausreichend Spielraum lassen. Genau deshalb ist eine Plattform wie die HeatExpo wichtig: Sie bringt die richtigen Akteure zusammen und hilft, aus Zielsetzungen konkrete Projekte zu machen.


Wärme- und Kälteversorgung braucht System – Plattform für die Energieversorgung von morgen

Die HeatExpo 2026 bringt vom 24. bis 26. November in Dortmund Entscheiderinnen und Entscheider aus Energiewirtschaft, Industrie, Kommunen und Wohnungswirtschaft zusammen. Im Fokus stehen integrierte Lösungen für Wärme, Kälte, Erzeugung, Infrastruktur, Digitalisierung, Finanzierung und Umsetzung.

Energieversorger und kommunale Unternehmen stehen im Zentrum der Wärmewende. Sie planen Netze, bewerten Erzeugungsoptionen, entwickeln Quartierslösungen, prüfen Speicher, steuern Lasten und müssen zugleich Investitionen, Förderkulissen und die Zukunft bestehender Gasinfrastrukturen im Blick behalten. Genau diese Schnittstellen rückt die HeatExpo 2026 in den Fokus.

Vom 24. bis 26. November 2026 bringt die Internationale Leitmesse für innovative Wärme- und Kälteversorgung in der Messe Dortmund Hersteller, Planende, Versorgungsunternehmen, Kommunen, Wohnungswirtschaft und Industrie zusammen. Unter dem Claim »Innovation in every degree« zeigt die HeatExpo 2026 Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von Großwärmepumpen, Geothermie, KWK, Abwärmenutzung und Power-to-X über Nah- und Fernwärme, Wärme- und Kältenetze, Speicher, Rohrleitungsinfrastruktur und Hausanschlüsse bis hin zu Digitalisierung, Messtechnik, Datenanalyse, intelligenter Steuerung, Finanzierung und Beratung.

Besonders deutlich wird die strategische Weiterentwicklung der HeatExpo in der neuen Hallenstruktur. Halle 4 steht für die konkrete Umsetzung moderner Wärme- und Kältesysteme. Dort bündelt die Messe Infrastruktur, Dienstleistungen und Beratung mit praxisnahen Antworten auf Wärmeplanung, Netztransformation, Quartiersprojekte, digitale und spartenübergreifende Ansätze, Kommunikation sowie Fördermöglichkeiten.

Halle 7 erweitert den Blick auf die großen Investitionsthemen der kommenden Jahre: Energieerzeugung, Prozesswärme und neue Infrastruktur. Im Fokus stehen Großwärmepumpen, Anlagenbau, Geothermie und weitere innovative Energiequellen. Ergänzt wird dieser Schwerpunkt durch den Perspektiventag des Hy.Summit.Rhein.Ruhr zu Wasserstoff, industrieller Wärmeversorgung und Digitalisierung sowie durch die neue Carbonx Zone rund um Carbon-Management, CO2-Transport, Speicherung, Nutzung, Logistik und Anlagenbau. Damit zeigt die HeatExpo, wie eng Wärme- und Kälteversorgung künftig mit Industriepolitik, Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Investitionsentscheidungen verbunden ist.

Weitere Informationen unter westfalenhallen-gruppe.de

Messe-Info:

HeatExpo 2026
24. bis 26. November 2026
Messe Dortmund

heat-expo.de

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