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»Flexibilität ist die neue Währung der Energiewirtschaft«

16.07.2026
von SMA

Warum digitale Resilienz, intelligente Datennutzung und moderne IT-Plattformen über den Erfolg der Energiewende entscheiden.

Timo DellMitglied des Managementboards

Timo Dell
Mitglied des Managementboards

Die Energiewirtschaft steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Der Ausbau erneuerbarer Energien, neue Lastprofile durch Elektromobilität und Wärmepumpen sowie steigende Anforderungen an Versorgungssicherheit und Cybersicherheit erhöhen die Komplexität der Systeme erheblich. Timo Dell, Mitglied des Managementboards von rku.it, erläutert, warum Flexibilität zum entscheidenden Erfolgsfaktor wird und welche Rolle Digitalisierung, künstliche Intelligenz und resiliente IT dabei spielen.

Herr Dell, Sie sagen: Flexibilität ist die neue Währung der Energiewirtschaft. Warum?

Die Energiewirtschaft befindet sich in einer Phase, in der Planbarkeit abnimmt und Dynamik zunimmt. Erneuerbare Energien speisen wetterabhängig ein, gleichzeitig verändern neue Verbraucher wie Wärmepumpen und Ladeinfrastruktur die Lastprofile erheblich.

Flexibilität bedeutet daher die Fähigkeit, in Echtzeit auf Veränderungen zu reagieren, technisch, organisatorisch und operativ. Die Fähigkeit wird entscheidend dafür sein, welche Unternehmen die Energiewende erfolgreich gestalten.

Welche Herausforderungen beschäftigen Energieversorger aktuell besonders?

Energieversorger stehen vor mehreren Transformationen. Dazu gehören unter anderem der Ausbau erneuerbarer Energien, die Modernisierung der Netze, die Unterstützung von Kommunen bei der Wärmewende, steigende regulatorische Anforderungen, Cyberrisiken und der Fachkräftemangel.

Hinzu kommt ein hoher Investitionsdruck in diesen Bereichen bei gleichzeitig wachsender Unsicherheit über zukünftige Rahmenbedingungen. Das macht insbesondere auch IT- und Architekturentscheidungen heute besonders strategisch. Durch wachsende Digitalisierungsnotwendigkeiten kommt den Investitionsentscheidungen in (IT-)Systeme eine besondere Bedeutung zu.

Die Energieversorgung wird zunehmend dezentral. Welche Auswirkungen hat das auf die IT-Systeme?

Dezentrale Erzeugung, Speicher und flexible Verbraucher führen zu einer stark steigenden Datenmenge und Komplexität in der Prozessverarbeitung. Entscheidungen müssen zunehmend automatisiert und datenbasiert getroffen werden.

Dafür benötigen Unternehmen Plattformen, die Daten aus unterschiedlichen Quellen integrieren und in Echtzeit nutzbar machen. Datenkompetenz wird damit zum zentralen Wettbewerbsfaktor.

Die Energiewirtschaft befindet sich in einer Phase, in der Planbarkeit abnimmt und Dynamik zunimmt.– Timo Dell, Mitglied des Managementboards

Welche Rolle spielt Digitalisierung bei der Steuerung neuer Lastprofile?

Ohne Digitalisierung wird die notwendige Flexibilität nicht erreichbar sein. Netze müssen heute deutlich dynamischer gesteuert werden als früher.

Digitale Plattformen schaffen Transparenz, ermöglichen Prognosen und unterstützen automatisierte Entscheidungen. Sie werden damit zur Grundlage für Versorgungssicherheit.

Wo sehen Sie die größten Potenziale für künstliche Intelligenz?

KI wird Prozesse in der Energiewirtschaft deutlich verändern, insbesondere in Prognosen, Netzsteuerung, Automatisierung und Kundeninteraktion.

Entscheidend ist jedoch die Datenbasis, KI entfaltet ihren Nutzen nur, wenn Datenqualität, Prozesse und Systeme zusammenpassen. Unternehmen, die hier investieren, verschaffen sich klare Vorteile.

Welche Rolle spielen Cloud und digitale Souveränität?

Cloud-Technologien bieten Skalierbarkeit und Geschwindigkeit, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit und Kontrolle.

Es geht daher nicht um ein Entweder-oder, sondern um eine durchdachte Plattformstrategie, die Innovation ermöglicht und gleichzeitig die Anforderungen kritischer Infrastrukturen erfüllt.

Wie gelingt die Modernisierung gewachsener IT-Landschaften?

Viele Unternehmen arbeiten mit historisch gewachsenen Systemen. Entscheidend sind eine klare Zielarchitektur und eine schrittweise Modernisierung entlang der Geschäftsanforderungen. Standardisierung und Automatisierung helfen dabei, Komplexität zu reduzieren und Fachkräfte zu entlasten.

Wie sieht die Energiewirtschaft in zehn Jahren aus?

Die Energiewirtschaft wird stärker vernetzt, datengetrieben und automatisiert sein. Energieflüsse werden zunehmend in Echtzeit gesteuert.

Der entscheidende Erfolgsfaktor bleibt die Fähigkeit zur Flexibilität, also schnell auf neue Rahmenbedingungen reagieren zu können. Genau das wird über den Erfolg der Energiewende entscheiden.

Weitere Informationen unter:
rku-it.de

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Über rku.it

Die rku.it GmbH mit Sitz in Herne ist einer der führenden IT-Dienstleister für die Energie-, Verkehrs- und Kommunalwirtschaft. Das 1961 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 475 Mitarbeitende und betreut mehr als 130 Kunden in Deutschland. Zum Leistungsportfolio gehören Cloud- und Managed Services, SAP- und Branchenlösungen sowie Beratung für die digitale Transformation.

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