Ein »Augenmerk auf Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit«: Energiespeichersysteme für Gewerbe und Industrie »made in Europe«
Ob Ertrag oder ökologischer Fußabdruck im Fokus stehen: Energiespeichersysteme ermöglichen effiziente Lastverschiebung und Lastspitzenkappung. Wer hier investieren möchte, selbst aber aus einem anderen Gewerbe- oder Industriezweig kommt, ist auf kompetente Beratung und Unterstützung angewiesen. Geschäftsführer Arndt Freytag erläutert, wie der Spezialist für Energiemanagement Socomec Fehler bereits behebt, bevor sie sich in der Produktion bemerkbar machen.

Arndt Freytag
Geschäftsführer
Herr Freytag, worin besteht die Kernkompetenz von Socomec?
Socomec ist ein französisches mittelständisches Unternehmen, das sich vor allem auf die Bereiche Energiemanagement und Messtechnik spezialisiert hat. Auch bei kritischen Anwendungen verschiedener Art sind wir stark, etwa in Infrastruktur und Medizintechnik, vor allem aber im Rechenzentrumsumfeld. Seit einiger Zeit sind wir zudem im Bereich der Energiespeicherung aktiv. In Deutschland sind wir mit 100 Mitarbeitenden vertreten, insbesondere in Vertriebsunterstützung, Projektmanagement, Inbetriebsetzung und Instandhaltung durch unseren technischen Außendienst.
Wer benötigt Energiespeichersysteme?
Energiespeichersysteme sind für viele Industrie- und Gewerbeunternehmen relevant. Die größte Nachfrage kommt derzeit von Energieversorgern und Netzbetreibern, welche die Speicher zur Netzstabilisierung, zur Spitzenlastkappung oder Integration erneuerbarer Energien nutzen. Daneben spielen Projektentwickler eine zunehmende Rolle, etwa zur Vermarktung am Strommarkt oder zur Co-Location mit PV-Systemen. Eine dritte wichtige Gruppe sind industrielle Großverbraucher, die Speicher zur Eigenverbrauchsoptimierung oder zur Kappung von Spitzenlasten einsetzen. Hinzu kommen Kunden, die Ladeinfrastruktur für den Personen- und Gütertransport auf- oder ausbauen.
Ein Energiespeichersystem ist kein unerheblicher Kostenfaktor. Warum lohnt sich die Investition dennoch?
Zunächst sollten wir unterscheiden zwischen Gewerbespeichern (C&I) und Industrie- oder Großspeichern. Beim Einsatz von Industriespeichern profitiert der Kunde von Skaleneffekten. In diesem Bereich kauft ein Unternehmen einen Speicher in der Größe von zehn Megawattstunden oder mehr. Dadurch verfügt es über große Volumina und spart pro Kilowattstunde deutlich an Kosten.
Manche Investoren möchten ihre Investition möglichst schnell amortisieren – unter Ausnutzung von Fördermitteln und speziellen Darlehen wie KfW-Krediten. Andere stellen eine klimafreundliche Produktion oder den Aufbau von Ladeinfrastruktur in den Vordergrund. Für sie ist entscheidend, ob Kennzahlen wie der ökologische Fußabdruck verbessert werden können. Grundsätzlich kann sich ein Energiespeicher für sehr viele Anwendungsfälle lohnen.
Natürlich gibt es auch die Frage nach der Finanzierung. Klassisch werden Eigenkapital, Fördermittel und Fremdkapital kombiniert. Soll die Eigenkapitaldecke geschont werden, bieten sich Leasing- oder Contracting-Modelle an. Ihr Vorteil liegt in besser planbaren Opex-Aufwendungen und einem geringeren Einsatz eigener Mittel.
Man könnte auch darüber nachdenken, Strom wieder ins Netz einzuspeisen und damit Geld zu verdienen. Wie funktioniert ein solches Vorgehen?
Dahinter steht häufig das sogenannte Arbitragemodell. Zur Mittagszeit lässt sich viel Solarstrom günstig produzieren; teilweise wird er an der Börse sogar zu negativen Preisen gehandelt. In dem Moment kauft ein Unternehmen Energie günstig ein, speichert sie und ermittelt den optimalen Zeitpunkt für den Verkauf. Das kann etwa während einer Dunkelflaute oder bei hoher Nachfrage sein. Dann speist das Unternehmen Energie aus dem Speicher ein und verkauft sie mit möglichst hoher Marge.
Es gibt aber auch das Modell der Netzstabilisierung. Dabei gibt der Netzbetreiber gewisse Zeiten vor, in denen das betreffende Unternehmen gegen Vergütung Strom einspeisen muss.
Wir liefern mittlerweile Speicher mit bis zu 30 Megawattstunden Energie aus.– Arndt Freytag, Geschäftsführer
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um Erträge aus einem Energiespeicher zu ziehen?
Zum einen muss der Energiespeicher über die Kommunikationsschnittstellen verfügen, die für ein Energiemanagementsystem erforderlich sind. Dieses misst in Echtzeit die Daten der Anlage. Auf Basis dieser Daten kann das EMS Wetterprognosen, Verbrauchswerte und Börseninformationen einbeziehen. Unternehmen können stündlich Daten von der Strombörse abrufen oder einen Algorithmus nutzen, der Entscheidungen selbstständig trifft und so eine optimale Nutzung sicherstellt.
Wie unterstützen Sie dabei, gewinnbringend mit dem Thema Energiespeicherung umzugehen?
Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, dem Investor einen zuverlässigen Speicher bereitzustellen, damit er Planungs- und Ertragssicherheit erhält. Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit stehen im Mittelpunkt, um die Investition langfristig zu schützen.
Wichtig ist auch die Auswertung der Verbrauchsdaten, die uns der Kunde an die Hand gibt. Dafür gilt es, die Energiemanagementsoftware sorgfältig auszuwählen und die Daten in den Algorithmus umzusetzen, um dem Kunden am Ende Vorschläge zu machen, wie er sein System optimal betreiben kann.
Wenn das System ausgewählt ist und die erforderliche Energiekapazität feststeht, fertigen wir das System mit seinen Komponenten und liefern es aus. Socomec bietet zudem in unserem Werk in Straßburg Expertenunterstützung durch Projektingenieure, die gemeinsam mit dem Kunden und dem beauftragten Installateur die einzelnen Schritte planen.
Anschließend folgen Inbetriebsetzung und Betrieb. Entscheidend ist, dass das Gerät in der Lage ist, Daten an unsere Leitwarte zu liefern, damit wir Störungen, wie beeinträchtigte Batteriespannungen oder sonstige Fehlermeldungen, frühzeitig erkennen. So können wir proaktiv handeln. Mit einem breiten Servicenetzwerk in Deutschland, aber auch in ganz Europa, können wir die Anlagen schnell wieder verfügbar machen und Ausfallzeiten möglichst gering halten.
Socomec speichert sämtliche kundenbezogenen Daten und Informationen ausschließlich auf Servern im eigenen Rechenzentrum in Straßburg. Zusätzlich profitieren Kunden von erfahrenen Ansprechpartnern in unmittelbarer Kundennähe.– Arndt Freytag, Geschäftsführer
Welchen Ihrer Geschäftsbereiche erachten Sie als besonders zukunftsweisend?
Wir liefern mittlerweile Speicher mit bis zu 30 Megawattstunden Energie aus. Sie werden ab Werk gefertigt, sodass der Aufwand für den Kunden vor Ort gering und vorhersehbar bleibt. Da die Verkabelung innerhalb des Energiespeichers bereits abgeschlossen ist, reduziert sich der Installationsaufwand im Wesentlichen auf den Anschluss vom Netzeinspeisepunkt zum Energiespeicher. Außerdem nutzen wir unsere Prognosemöglichkeiten, um vorhersehbare Fehler frühzeitig zu melden und zu beheben, bevor der Kunde sie bemerkt.
Zusätzlich ist die Offenheit in die Zukunft hinein wichtig. Wir halten auch für Entwicklungen, die wir heute noch nicht vollständig absehen können, Schnittstellen vor, damit der Kunde seine Investition auch in fünf oder zehn Jahren noch nutzen und gegebenenfalls erweitern kann.
Wie sollte ein Unternehmen vorgehen, um ein Energiespeichersystem zu installieren?
Wichtig ist zunächst die Erkenntnis, dass ein Energiespeichersystem in der Regel über mindestens sieben, wenn nicht zwölf oder dreizehn Jahre oder länger geplant wird. Dafür braucht es einen Partner, der die Zuverlässigkeit mitbringt, den Betrieb des Systems über diesen Zeitraum hinweg sicherzustellen.
Hier sehe ich Hersteller wie Socomec im Vorteil – unter anderem, weil Socomec ein europäisches Unternehmen ist. Das reduziert für Investoren Risiken im Zusammenhang mit Zollstreitigkeiten oder Datenschutz. Socomec speichert sämtliche kundenbezogenen Daten und Informationen ausschließlich auf Servern im eigenen Rechenzentrum in Straßburg. Zusätzlich profitieren Kunden von erfahrenen Ansprechpartnern in unmittelbarer Kundennähe. Das halte ich für sehr hilfreich.
Weitere Informationen unter:
socomec.de
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