
Private Debt: weltweit im Aufschwung, in der Schweiz noch am Rand
Private Debt bezeichnet Kredite, die Unternehmen von sogenannten Nichtbanken gewährt werden. Im Ausland hat das Modell erheblich an Bedeutung gewonnen: Die Durchdringung erreicht rund 40 % in den USA und 60 % im Vereinigten Königreich und nimmt in Deutschland zu (~ 3,5 %). Die Schweiz dagegen bleibt unter der Schwelle von 1 %. Die Entwicklung ist struktureller Natur: Im Vereinigten Königreich stellen spezialisierte Kreditgeber und Nichtbanken heute die Mehrheit der Kredite an kleine Unternehmen, gegenüber weniger als 40 % vor rund zehn Jahren.
Das ist weder eine Bedrohung für die traditionellen Akteure noch eine importierte Modeerscheinung, sondern eine Ergänzung: Sie springt dort ein, wo der klassische Bankkredit an seine Grenzen stösst. Bleibt zu verstehen, warum gerade die Schweiz diesem Modell so viel Raum bietet.

Die Schweiz, ein noch zu erschliessendes Terrain
Die Antwort liegt zunächst in der Natur des Schweizer Bankenmodells, das stark auf Immobiliensicherheiten aufbaut: Laut Schweizerischer Nationalbank sind rund 82 % der Kredite an Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitenden Hypothekarkredite (April 2026). Das ist eine Stärke, ein durch einen soliden Vermögenswert gedeckter Kredit zu attraktiven Konditionen. Es ist zugleich eine Hürde: Nicht jedes Unternehmen besitzt eine Immobilie, die es verpfänden kann. Und wer eine besitzt, muss für diesen Vorgang erhebliche Eigenmittel einsetzen, die anschliessend für andere Vorhaben fehlen können: das Betriebskapital, eine Wachstumsinvestition oder die Anschaffung von Ausrüstung. Kurz gesagt: In diesem Modell beruht das Vertrauen zuerst auf einem Vermögenswert, einer soliden Grundlage, die aber nicht zu jeder Situation passt.
Zudem hat sich bei Finanzierungen unter CHF 1 Million die Kreditbearbeitung weitgehend standardisiert, oft über Geschäftsstellen. Ein Bankkredit benötigt dabei häufig 6 bis 12 Wochen, während ein privater Finanzierer in rund einer Woche entscheiden kann. Wenn sich eine Gelegenheit bietet, eine Ausrüstung zu finanzieren, ein Lager aufzubauen, ein Zahlungsziel zu überbrücken oder eine Anstellung zu ermöglichen, macht dieser Unterschied alles aus. Schnell zu entscheiden ist auch eine Form von Vertrauen: den, der unternimmt, nicht warten zu lassen.

Die Bürgschaft: ein öffentliches Instrument mit Entwicklungsbedarf?
Über die privaten Akteure hinaus verfügt die Schweiz auch über öffentliche Instrumente, um den Zugang zu Krediten zu erleichtern. Der Bund unterstützt vier anerkannte Bürgschaftsorganisationen, die im ganzen Land tätig sind. Das Prinzip ist wirkungsvoll: Die Genossenschaft verbürgt sich solidarisch gegenüber der Bank, was das Risiko des Kreditgebers senkt und den Zugang zu Krediten erleichtert. Die Beträge reichen bis zu CHF 1.2 Million.
Ein Punkt verdient jedoch Beachtung: Der verbürgte Kredit muss von einem Institut gewährt werden, das dem Bankengesetz untersteht. So bleibt dieses öffentliche Instrument, so wertvoll es ist, heute den traditionellen Bankakteuren vorbehalten. In einer Zeit, in der agilere Kreditgeber aufkommen, stellt sich eine Frage: Ist nicht der Moment gekommen, diesen Mechanismus für neue Finanzierer zu öffnen, zum Nutzen der KMU?
Eine Plattform von Unternehmern, für Unternehmer
In diese Landschaft fügt sich Kredo ein. Wir richten uns in erster Linie an Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden, die die überwältigende Mehrheit der Schweizer KMU und das eigentliche Fundament unserer Wirtschaft bilden: jene, die die Wirtschaft ausmachen, und nicht jene, die Schlagzeilen machen.
Diesen Raum zu besetzen setzt drei Bedingungen voraus. Erstens die Technologie: administrative und regulatorische Aufgaben zu automatisieren, um Zeit dort zu gewinnen, wo sie Wert schafft: Zuhören, Analyse und Beratung. Zweitens der Zugang zu einer effizienten Refinanzierung. Und vor allem Teams mit Bodenhaftung: erfahrene Fachleute, die die Unternehmer und die Realität ihrer Tätigkeit verstehen. Kredo vereint alle drei: modernste Technologien, Menschen mit Praxisnähe und einen privilegierten Zugang zu einem effizienten Refinanzierungsvehikel. Die Tätigkeit stützt sich auf Kapital, das von qualifizierten Anlegern im Einklang mit dem anwendbaren regulatorischen Rahmen bereitgestellt wird.
Konkret bewegen sich die von Kredo analysierten Kredite zwischen CHF 50’000 und CHF 1 Million. Diese heute geltende Obergrenze wird mit der Entwicklung der Tätigkeit steigen. Sie dienen einer Investition, einer Wachstumsphase oder einem Liquiditätsbedarf. Unser Handwerk ist die Nähe zum Geschehen: Gelegenheiten aufspüren, die Unternehmer und Unternehmerinnen treffen, die Dossiers analysieren und beraten. Der Ansatz will unternehmerisch und schnell sein, bei zugleich solider Risikobewirtschaftung: Wir versuchen zuerst, das Qualitative zu verstehen, den Zweck des Kredits, das Geschäftsmodell, die Zyklen des Unternehmens. Die Zahlen werden selbstverständlich sorgfältig analysiert. Ein Teil des Prozesses ist automatisiert, um bei wiederkehrenden und administrativen Aufgaben Zeit zu sparen; die Diskussion und die Analyse hingegen sind es nicht: Sie bleiben gemeinschaftlich und menschlich.

Ein verankertes Modell, getragen von Unternehmern
Seit dem Start hat Kredo rund 750 Dossiers analysiert, die einen Finanzierungsbedarf von über CHF 175 Millionen in der ganzen Schweiz darstellen. Nahezu 100 KMU wurden unterstützt, für mehr als CHF 20 Millionen, über die Refinanzierungspartner, davon die Hälfte allein in den letzten Monaten, ein Zeichen für eine sich beschleunigende Dynamik. Und die Verankerung ist national, von der Romandie über die Deutschschweiz bis ins Tessin.
Jene finanzieren, die die Wirtschaft ausmachen
Die Finanzierung der KMU stellt die traditionellen Akteure und jene des privaten Kredits nicht gegeneinander: Sie ergänzt sie. Doch für die Tausenden von Kleinunternehmen, die die Schweizer Wirtschaft am Laufen halten, liegt das Wesentliche anderswo: rasch und in ihrer Nähe einen Partner zu finden, der ihr Geschäft versteht. Eine Unternehmerin oder ein Unternehmer mit einem Bedarf an Liquidität, Wachstum oder Ausrüstung muss sich damit nicht mehr allein abfinden: Sie können sich heute an einen Finanzierer wenden, der denkt wie ein Unternehmer.
Eine Plattform von Unternehmern, für Unternehmer. So finanzieren wir die Schweizer KMU: schnell, ganz nah am Geschehen und auf Augenhöhe mit ihren Ambitionen.

Lucas Wüst
Gründer & CEO
+41 79 434 10 10
lucas@kredo.swiss
Raeto Guler
Partner
+41 79 501 93 03
Av. Charles Ferdinand Ramuz 60, 1009 Pully
Stockerstrasse 38, 8002 Zürich


Raeto Guler
Leiter Region Deutschschweiz bei Kredo
Kredo ist ein innovativer, unabhängiger Schweizer Finanzdienstleister mit dem Ziel, die Finanzierung von KMU einfacher, schneller und pragmatischer zu machen.
Dank modernster Technologie, effizienter Prozesse und Zugang auf den ersten und einzigen auf Schweizer KMU spezialisierten Kreditfonds können Kreditentscheide in der Regel innerhalb einer Woche getroffen werden. Gleichzeitig bleiben die Finanzierungsstrukturen flexibel und konsequent auf die Bedürfnisse der KMU zugeschnitten.
Welche Motivation steht hinter Kredo?
Unsere Mission ist es, die KMU-Finanzierung in der Schweiz zu vereinfachen.
Eine Finanzierung soll schnell, funktional und an die Realität der Unternehmer angepasst sein.
Unternehmer sollen sich auf das konzentrieren können, was sie am besten können: Unternehmen aufbauen, weiterentwickeln und führen. Eine Finanzierung darf kein Hindernis sein, sondern muss ein unterstützendes Instrument sein. Genau dafür steht Kredo.
Unser Team hat langjährige Erfahrung im Kreditwesen und wir haben in der Praxis gesehen, dass die Finanzierungsbedürfnisse vieler Schweizer KMU nicht mehr adäquat abgedeckt werden.
Für welche Arten von Finanzierungen ist Kredo der richtige Partner?
Unser Angebot umfasst eine breite Palette an Kreditstrukturen:
• Kurzfristige, endfällige Darlehen
• Längerfristige amortisierende Betriebskredite
• Leasinglösungen
• Factoring (Zessionskredite)
Dank unserer Partnerschaft mit dem Kredo Debt Fund I können wir Kredite ab CHF 50’000 bis zu CHF 1’200’000 vergeben.
Wie werden die Kredite finanziert?
Kredo hat Zugang auf einen spezialisierten Kreditfonds, über welchen wir Kredite vergeben können.
Das schafft Klarheit, Verlässlichkeit und eine langfristige Partnerschaft mit unseren Kunden.
Viele Schweizer KMU empfinden Finanzierung als «zu kompliziert». Was ist tatsächlich kompliziert?
Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Unternehmer frustriert sind vom klassischen Kreditprozess. Das bestätigen auch zahlreiche Studien. Die Prozesse sind oft langwierig, komplex und wenig transparent. Der Unternehmer will schnell wissen, ob er den Kredit bekommt oder nicht.
Bei Kredo haben wir den administrativen Teil weitgehend automatisiert. Das schafft Effizienz und Transparenz und erlaubt schnelle Entscheidungen.
Was wir bewusst nicht automatisiert haben, ist der persönliche Austausch. Wir wollen den Dialog mit den KMU, ihre Situation verstehen und eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen, die auf Zuverlässigkeit und Kontinuität basiert.
Viele Unternehmer fokussieren sich stark auf den Zinssatz. Worauf sollten sie stattdessen achten – und warum?
Kosten sind wichtig, keine Frage. Aber der Zinssatz ist nur eine Komponente. Es geht darum zu wissen, welcher Mehrwert der Kredit bringt, welches Projekt realisiert werden kann.
Es geht um Cashflow-Kompatibilität. Ein günstiger Kredit mit starren Rückzahlungsplänen kann ein gesundes Unternehmen stärker belasten als eine etwas teurere, aber flexible Lösung.
Wichtig ist auch die Struktur und der Handlungsspielraum: Laufzeit, Amortisation, Covenants, Rückzahlungsoptionen. Zwei Kredite mit gleichem Zinssatz können völlig unterschiedliche Auswirkungen haben.
Abgesehen davon sollten sich Unternehmen auch fragen: Passt es zu meinem Geschäftsmodell? Stärkt es meine Position morgen?
Welchen Rat würden Sie Schweizer KMU geben?
Frühzeitig planen und mit einem Partner arbeiten, bei dem persönlicher Kontakt grossgeschrieben wird und mit dem man bei allfälligen Veränderungen schnell und unkompliziert sprechen kann.
Können Sie ein Beispiel nennen, bei dem Finanzierung als unmöglich galt – aber doch realisierbar war?
Ja, ein typischer Fall.
• Ein Schweizer IT Unternehmen.
• 70 Mitarbeitende.
• Ein Vertrag mit einer multinationalen Kundin, erneuert für drei Jahre. Sichtbarkeit auf die kommenden Umsätze.
• Aber neu vereinbarte Zahlungsziele von 90 Tagen.
Ende August wird das Risiko erkannt:
• CHF 300’000 fehlen Ende Monat, um die Liquidität zu sichern.
• Der bisherige Finanzierungspartner wird kontaktiert. Austausch, Nachfragen, Besuche… keine klare Antwort.
• 4. November: CEO reicht den Antrag bei Kredo ein. 15 Minuten reichen.
• 6. November: Erstes Gespräch.
• 9. November: Vor Ort Besuch.
• Analyse, Strukturierung, Entscheidung.
• 27. November: Mittel sind verfügbar.
Bei Kredo gibt es keine unnötigen Wartezeiten. Wir arbeiten schnell, menschlich, engagiert.
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