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Zürich
9 August 2020

Ein Leben im Kloster: Eine Nonne erzählt.

Mit 30 Jahren entschied sich Maria Sofia Cichetti dafür, in ein Kloster einzutreten und ein geweihtes Leben zu führen. Im Interview erklärt sie uns die Gründe für ihre Entscheidung und erzählt von ihrer Zeit im Tessiner Kloster St. Maria Assunta in Claro. 

Mutter Maria Sofia Cichetti, wie würden Sie sich selbst beschreiben?
Mutter Sofia Cichetti
Mutter Maria Sofia Cichetti

Zunächst einmal bin ich eine positive, rationale, enthusiastische und engagierte Frau. Aber ich muss auch zugeben, dass ich hartnäckig und stur bin (lacht). Zweitens bin ich eine katholische Christin und Benediktinerin. Ich bin froh, ich selbst zu sein und versuche, in einer ruhigen, einfachen und harmonischen Weise mit meinen Entscheidungen zu leben.

Warum haben Sie sich für ein Leben im Kloster entschieden?

Ich bin mit etwa 30 Jahren ins Kloster gegangen. Davor war ich Professorin für Philosophie und Geschichte an einer weiterführenden Schule. Später wurde ich dann Missionarin, weil ich anderen helfen wollte. Damals habe ich verstanden, dass es mich glücklich macht, mich anderen hinzugeben. Das klösterliche Leben war ein zusätzlicher Schritt dazu. 

Während meiner Arbeit in Indien habe ich eine grosse Menge an Elend und Armut gesehen. Jedoch trugen die Menschen ihr Schicksal mit Würde. Ich fragte mich, was ich für diese Menschen tun kann. Da wuchs das Bewusstsein in mir, dass ich mich nicht nur den Armen und Bedürftigen, sondern allen Menschen hingeben konnte, indem ich mich Gott hingab. Ich wählte ein Leben im Kloster, um anderen zu helfen. Es ist und war ein Geschenk an die Welt. 

Ich wählte ein Leben im Kloster, um anderen zu helfen. Es ist und war ein Geschenk an die Welt. 

War das Kloster also eine Möglichkeit, anderen zu helfen, aber gleichzeitig auch sich selbst zu finden?

Genau. Indem ich mich anderen hingab, habe ich meinen Sinn des Lebens gefunden und somit auch Freude und Selbstverwirklichung. Es ist eine Doppelbewegung: Indem ich etwas aufgegeben und mich von Dingen gelöst habe, fand mich etwas Höheres. 

Es ist nicht einfach das Verzichten auf ein eigenes Leben und auf die Liebe, sondern eine Entscheidung, die dazu führt, dass man etwas Höheres findet. Wenn dem nicht so wäre, würde es sich ja auch nicht lohnen. Das wäre Masochismus (lacht).

Glauben Sie, dass man in unserer modernen Gesellschaft auch so tiefgreifend zu sich selbst finden kann?

Ich denke, dass dies durchaus möglich ist. Nur ist es schwieriger, weil man in der heutigen Gesellschaft stark abgelenkt wird. Man wird hin und hergerissen, auch in der Religion. Vielfach schauen wir auch nicht genügend in die Tiefe, sondern konzentrieren uns auf Äusserlichkeiten, Wohlstand und Produktivität. Das hilft uns nicht weiter. 

Worin liegt der Zweck der Isolation?

Erstmal muss gesagt werden, dass ein klösterliches Leben nicht unbedingt Isolation bedeutet. Es ist eine materielle Trennung von der Gesellschaft, um intensiver zu sich selbst finden zu können. Es ist eine Art und Weise, für andere zu beten und sich Gott hinzugeben. Dieses Leben schenkt mir Freude und Frieden, es ist eine Berufung. Das klösterliche Leben ist bestimmt nicht für jeden geeignet und keine verbreitete Wahl. 

Haben Sie gezögert, bevor Sie Ihrer Berufung gefolgt sind?

Ich habe nicht wirklich gezögert, aber viel nachgedacht und gebetet. Ich war bereits erwachsen und hatte mein eigenes Leben. Diese Entscheidung wuchs nicht aus Frustration. Es war mir stets bewusst, dass dies eine radikale Entscheidung ist, welcher ich dann konsequent folgen muss. Ich habe diesen Weg eingeschlagen und bereue meine Entscheidung nicht. Im Gegenteil: Ich würde es wieder tun, und zwar schon früher (lacht).

Glauben Sie, dass auch das Schicksal die Finger im Spiel hatte?

Ja, das glaube ich. Ich habe mich dafür entschieden, diese Berufung zu erfüllen. Ich bin katholisch und glaube, dass der Herr mich erschaffen und bereits einen himmlischen Weg für mich bestimmt hat. Dieses Schicksal eröffnet sich nach und nach. Das nennt man Berufung. Der Herr ruft uns nicht, indem er uns eine Nachricht schickt (lacht). Er rief mich durch Lebensumstände, durch Freud und Leid, Erfolg und Misserfolg. Der Herr will unsere Mitarbeit und deshalb braucht er eine Antwort auf seinen Ruf. Wir können ihn nicht ewig in der Schlange warten lassen (lacht). Wenn es jedoch keine positive Reaktion auf diese Berufung gibt, ist das kein Problem, wir bleiben Freunde wie bisher und gehen einen anderen Weg (lacht).

Der Herr ruft uns nicht, indem er uns eine Nachricht schickt.

Hatten Sie das Gefühl, die Welt hinter sich zu lassen?

Nein. Es war nie ein Gedanke, dass meine Wahl darauf abzielt, die Welt zu verachten und hinter mir zu lassen. Ich habe viele lohnende Erfahrungen in verschiedenen Teilen der Welt gemacht. Ich war nicht frustriert und mir fehlte es an nichts, aber ich sehnte mich nach einer tieferen Beziehung zu Jesus. Somit verliess ich meine Eltern und Bekannten, um ins Kloster zu gehen. Meine Verwandten können jederzeit zu Besuch kommen, wir telefonieren und schreiben Briefe. Die Beziehungen haben sich verschlechtert, sind aber keinesfalls zusammengebrochen.

Andererseits bin ich einer neuen, grossen Familie beigetreten, die mich mit viel Liebe aufgenommen hat. Mit ihnen teile ich meine Ideale und mein Leben. 

Wie hat Ihre Familie reagiert?

Ah, die Reaktionen meiner Familie waren unterschiedlich (lacht). Meine Schwester fing an zu weinen. Mein Neffe weinte auch und fragte mich, ob ich ihn im Stich lassen würde. Meiner Mutter bin ich derweil wirklich dankbar. Früher besuchte ich sie sehr oft und sorgte mich um sie. Sie fragte mich: «Tochter, hast du genug über deine Wahl nachgedacht und genug gebetet?»

Meine Mutter war gläubig, einfach und authentisch gläubig, aber sie war keine Frömmlerin (lacht). Ich sagte ihr, dass ich nachgedacht, gebetet und sogar um Rat gefragt hätte. Dann sagte sie: «Wenn das so ist, dann nimm keine Rücksicht auf mich und tu, was du tun möchtest.»

Alles in allem waren die Reaktionen sehr unterschiedlich, aber jene meiner Mutter war die Schönste. Sie gab mir die Kraft, diesen entscheidenden Schritt in meinem Leben zu tun. 

In welches Kloster sind Sie als erstes eingetreten?

Es war ein sehr altes und schönes Kloster am Rande von Florenz, Santa Maria di Rosano. Gegenwärtig leben dort etwa 50 Nonnen und sieben oder acht junge Novizinnen. Das Leben dort ist inbrünstig und völlig auf dem Geiste der «ora et labora» – Gebet und Arbeit – ausgerichtet. Als ich im Hof des Klosters angekommen war, fühlte ich Frieden und Stille auf einer tiefen und nicht nur auf einer sensiblen Ebene. Ich dachte dann, dass dies der richtige Ort für mich sei. Später zog ich nach Claro im Tessin in ein sehr altes Kloster, das 1490 gegründet wurde. Dort gab es immer weniger Nonnen, und die wenigen wurden immer älter. So bat die Äbtissin von Claro mehrere Klöster um Hilfe, darunter auch mein eigenes. Unsere Mutter aus Rosano besuchte das Kloster, welches ihr sofort gefiel, und einige von uns fuhren nach Claro. Später baten unsere elf Nonnen aus Claro den Papst um die Wiedereinführung des Äbtissentitels, der bis vor 40 Jahren in Kraft war. Der Papst stimmte zu, und im vergangenen Jahr kam der Bischof, um meinen Segen zu erbitten. Jetzt bin ich also Äbtissin und nicht mehr Priorin, aber das ändert nicht viel (lacht).

Kloster in Claro
Kloster St. Maria Assunta
Wie sieht ein typischer Tag für Sie aus?

Mein typischer Tag beginnt um vier Uhr morgens mit einem Wecker. Eine halbe Stunde später sind meine Schwestern und ich bereits in der Kirche und singen Psalmen in Latein und Gregorianisch. Dann meditieren wir, feiern die Heilige Messe und bleiben bis etwa acht Uhr in der Kirche, um zu beten. Schliesslich frühstücken wir und erledigen drei Stunden lang verschiedene Arbeiten. Anschliessend folgen Gebet, Psalmen und Meditation. Danach haben wir etwa eine Stunde Zeit zur freien Verfügung. Einige von uns zeichnen, andere singen und einige von uns kümmern sich um die Blumen. Dann fahren wir mit den Psalmen fort – ja, wir singen alle drei Stunden die Psalmen (lacht). Wir haben auch eine Stunde der Erholung, in der wir singen, Witze erzählen und Nachrichten aus aller Welt weitergeben. Abschliessend gibt es das Singen der Vesper mit persönlichem Gebet und Abendessen. Wir verrichten die Compieta, das Gebet, mit dem der Tag endet, und gegen 21 Uhr gehen wir zu Bett.

Welche Arbeiten nehmen Ihre Tage in Anspruch? 

Wir machen Stickereien für die Kirche und die Gemeinden, wie beispielsweise Fahnen und Wimpel. Ausserdem restaurieren wir alte Bücher und kümmern uns um unseren Gemüsegarten und um die Tiere: Hühner, Kaninchen und Bienen. Darüber hinaus stellen wir verschiedene Produkte wie Honig, Kekse und Kastanienmarmelade her. Auch das Haus muss in Ordnung gehalten werden. Alle paar Tage empfangen wir Gäste, die ein paar Tage in der „Foresteria“ verbringen möchten. Dies ist ein Refugium für jene, die sich zurückziehen, meditieren und beten wollen, um Energie zu tanken. Wir bieten unseren Gästen einen vollständigen Empfang: ein warmes Bett und sorgfältige Mahlzeiten sowie die Möglichkeit, an unseren Liturgien teilzunehmen.

Langweilt Sie das Klosterleben manchmal?

Dazu habe ich keine Zeit (lacht). Es sind sehr anstrengende Tage. 

Warum, glauben Sie, hatten die Menschen während des Covid-19-Lockdowns Angst davor, sich zu isolieren und nicht mehr den gleichen Gewohnheiten nachgehen zu können?

Es ist einfach: Die Menschen sind es nicht gewohnt, in ihren Häusern eingesperrt zu sein. Sie wollen ein freies Leben: Sie wollen selber entscheiden, raus in die Welt gehen und tun, was sie wollen. Diese Gesundheitskrise hat sie dazu gezwungen, ein klösterliches Leben zu führen. Es war nicht leicht, das verstehe ich.

Angebotene Produkte im Kloster
Glauben Sie, dass es auch Ängste davor gibt, sich selbst zu begegnen?

Natürlich gibt es diese. Schweigen und Isolation sind beängstigend und schwer. Wenn man es sich nicht gewohnt ist, wie wir, ist es schwierig. Fast gezwungen zu sein, sich selbst wiederzuentdecken, ist ermüdend. Aber es ist eine Arbeit, die Früchte trägt.

Was ist die Bedeutung des klösterlichen Schweigens?

Das klösterliche Schweigen ist ein Mittel, um sich zu versammeln, mehr zu beten und intensiver über Gott, sich selbst und andere nachzudenken. Wir schweigen auch wenn wir arbeiten. Aber wenn wir Hilfe brauchen, können wir natürlich schon sprechen (lacht).

Sündigen Sie manchmal?

(lacht) Ich bin natürlich nicht fehlerfrei. Zum Beispiel verliere ich manchmal die Geduld. Es fehlt mir teilweise an brüderlicher Nächstenliebe, weil ich nicht sehr feinfühlig bin, und oft bin ich im Gebet abgelenkt. Das sind Fehler oder Misserfolge, keine grossen Sünden (lacht). Aber das Schöne an unserem Leben ist, dass wir unsere Fehler wiedergutmachen können, indem wir um Vergebung bitten.

Das Schöne an unserem Leben ist, dass wir unsere Fehler wiedergutmachen können, indem wir um Vergebung bitten.

Was macht Sie glücklich?

Hier in Claro, die Schönheit der Natur. Ich bin glücklich, in einer monastischen Familie, mit Schwestern, leben zu können und mit ihnen Freuden, Sorgen, Schwierigkeiten und Ideale zu teilen. Die Vereinigung mit Gott macht mich auch glücklich. Nur damit das klar ist: Ich habe keine Visionen, ich sehe Ihn nicht mit den Augen meines Gesichts, sondern mit den Augen des Glaubens (lacht).

Heutzutage haben die Menschen Vorurteile über Nonnen. Welche?

Es sind immer die gleichen: Die Leute sagen, dass wir verschlossen sind, die Probleme der Welt nicht verstehen und davor geflohen seien. Ich denke, das Wichtigste ist, zu bezeugen, dass dies kein Ausweg ist. Wir fliehen vor dem, wovon wir Angst haben oder uns nicht gefällt. Aber viele von uns hatten Familien, Arbeitsplätze, stabile Karrieren. Es ist keine Flucht. Es ist eine Wahl. Oft wird uns gesagt, dass wir die Welt und ihre Probleme nicht verstehen, obwohl wir uns in Tat und Wahrheit um die Welt kümmern und das Weltgeschehen intensiver verfolgen als früher. Wir wollen mit der Welt solidarisch sein, aber manche Menschen nehmen dies nicht immer wahr. Für sie ist unsere Lebenswahl die Isolation. Doch das Gegenteil ist der Fall: Wir sehen, verstehen und beten, um uns anderen nahe zu fühlen, in Solidarität mit Herz, Verstand und Gebet.

Oft wird uns gesagt, dass wir die Welt und ihre Probleme nicht verstehen, obwohl wir uns in Tat und Wahrheit um die Welt kümmern und das Weltgeschehen intensiver verfolgen als früher.

Gibt es etwas an der Kirche, das Sie lächerlich oder langweilig finden?

Die Kirche besteht aus Heiligen und Sündern, das war schon immer so. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Kirche von Christus gegründet wurde und sie heute mitten in der Welt sein lebendiges Zeugnis sein will. Bedauerlich ist, dass einige Mitglieder der Kirche kein konkretes Zeugnis für ihre Berufung ablegen und ein schlechtes Beispiel geben. Aber wir dürfen nicht urteilen. Ich habe mich zu fragen: «Was ist mit mir? Was ist mein Anteil und mein Beitrag?» Wir müssen den Sünder lieben und die Sünde hassen! 

Wie ist Ihr Verhältnis zur ausserklösterlichen Welt? Wie kommunizieren Sie mit ihr?

Wir haben kein Radio oder Fernsehen, aber dafür Zeitungen, das Internet und unsere Verwandten, die uns besuchen und uns viele Dinge der Welt mitteilen.

Blick auf das Kloster
Was muss Ihrer Meinung nach in der heutigen Gesellschaft verbessert werden?

Der Respekt vor unseren Mitmenschen. Wir verlieren menschliche Werte und den Respekt vor anderen, ihren Meinungen, Ideen, ihrer Religion und ihrem Geschmack. Ich denke, das ist ein grundlegender Faktor, wenn es darum geht, die heutige Gesellschaft zu verbessern. Die Bedeutung von Respekt sollte den Jüngsten in der Familie und der Schule beigebracht werden. Andere mögen anders sein als ich, aber das bedeutet nicht, dass Gewalt und mangelnder Respekt herrschen sollten. Wir müssen auch in der Lage sein, mit andersdenkenden Menschen zu sprechen. Denn wir haben nicht die gleichen Gedanken wie alle anderen, in diesem Sinne sind wir keine Herde. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen und Respekt sowie Konfrontation sind entscheidend, um die Gesellschaft in ihrem Durst nach Freiheit, Frieden und friedlicher Koexistenz zu verbessern.

Was sind die grössten Übel unserer Gesellschaft?

Konsumdenken, Materialismus und ungezügeltes Vergnügen. All diese Dinge sind auf Besitz, soziale Ungleichheit, Ausbeutung und Machtmissbrauch ausgerichtet. Ich denke, dies sind die größten Übel, mit denen man sich auf persönlicher, sozialer und globaler Ebene auseinandersetzen muss. Aber die Welt wird sich nicht ändern, wenn wir uns nicht zuerst selbst ändern!

Sich zu bessern ist ein ernsthaftes Vorhaben.

Wie können wir uns bessern?

Sich zu bessern ist ein ernsthaftes Vorhaben. Besser werden heisst, die starken Gefühle von Wut, Stolz, Arroganz und Gewalt zu überwinden. Es ist ein persönliches Engagement, das aus kleinen Schritten und Siegen besteht, aber es ist kontinuierlich, denn man kann nicht sofort perfekt werden: Jeden Tag muss man Anstrengungen unternehmen und Siege über sich selbst erringen.

Was würden Sie jungen Menschen sagen, die sich in bedeutungslosen Dingen verlieren?

Man muss junge Menschen erst einmal verstehen und sie sehr lieben, und das liegt an uns Erwachsenen. Junge Menschen sind die Hoffnung für die Zukunft, die Kirche, die Gesellschaft und die Welt. Heute haben sie mehr Schwierigkeiten als noch vor 40 Jahren. Sie lassen sich zum Beispiel nicht gut in die Gesellschaft integrieren. Es gibt neue Herausforderungen, Bedürfnisse und ernste Risiken zu bewältigen. Ich würde ihnen raten: Habt Mut, denn ihr habt neue Ressourcen und Energie, die auf persönliches und soziales Wohl ausgerichtet werden können. Lasst euch nicht entmutigen und engagiert euch ernsthaft in allem, was ihr tun. Wir müssen gemeinsam vorankommen!

Was denken Sie über romantische Beziehungen?

Menschen denken oft, dass Liebe nur leidenschaftliche Liebe ist. Wahre Liebe schliesst meiner Meinung nach auch die sexuelle Liebe ein, doch vor allem ist sie eine vereinigende Kraft zweier Realitäten, das Geschenk des Selbst an den anderen. Sie ist ein Angebot, eine Hilfe, eine Unterstützung, um gemeinsam auf ein gemeinsames Ziel hinzugehen: das Glück beider. Heute konzentrieren wir uns nur auf einen sensiblen Aspekt, der es leichter macht, Beziehungen aufzulösen. Lieben wir uns nicht mehr? Nun, wir trennen uns und auf Wiedersehen. Leider hat sich der Begriff der Liebe für viele Menschen radikal verändert.

Heute wird die Gesellschaft mehrheitlich entchristianisiert. Glauben Sie, dass junge Menschen immer noch den Ruf Gottes und des religiösen Lebens spüren?

In der heutigen Gesellschaft hat das Christentum keinen sicheren Status mehr. Aber viele junge Menschen empfinden das Bedürfnis nach Gott, wenn auch auf eine andere Art und Weise als früher. Viele Menschen finden zu Gott durch Christian Youth Movements. Einige junge Menschen arbeiten ehrenamtlich und helfen anderen; dies kann ein Zeichen dafür sein, dass sie Gott suchen wollen. Diesem Ruf muss man Rechnung tragen. Für das Ordensleben ist dies ein anderes Thema, weil es wegen seiner Radikalität sehr beängstigend sein kann.

Beenden Sie diesen Satz…

Mein Lieblingsfilm ist… Ben-Hur, den mochte ich sehr.

Meine Lieblingsjahreszeit ist… der Frühling. Es ist auch die Jahreszeit der Hoffnung für die Natur.

Wenn ich nicht meiner Berufung gefolgt wäre, hätte ich….geheiratet und zehn Kinder bekommen (lacht).

Ich wäre gerne…besser und mütterlicher mit anderen.

Wenn ich könnte, würde ich nur… Pilzrisotto essen (lacht).

Ich möchte lernen…besser Gitarre zu spielen.

Mein Motto ist…nicht aufgeben, sondern weitermachen und Gott, sich selbst und anderen vertrauen.

Mein schlimmster Makel ist…meine Sturheit.

Ich habe ein Talent dafür,…Beziehungen aufzubauen.

Ich möchte, dass die Welt… mehr Frieden findet und die Menschen einander mit mehr Liebe begegnen.

Ich wünsche Ihnen… Frieden, Freude und Gelassenheit.

Text: Andrea Tarantini / Übersetzung aus dem Französischen: Fatima Di Pane

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